Liam Neeson ist ja schon seit langem im Thriller-Genre zuhause, hat sich dabei auch schon das ein oder andere mal als Action-Held bewiesen und steht meiner Meinung nach für gute Filme.
Und auch wenn "Ruhet in Frieden - A Walk Among The Tombstones" im Kern ein guter Film ist, könnten einige Fans den Kinosaal unzufrieden verlassen, da seine Stärken nicht da liegen, wo sie ein Liam Neeson-Thriller sonst hat.
Leben die meisten seiner Filme nämlich von der Spannung und einer handvoll Actionszenen, überzeugt "Ruhet in Frieden - A Walk Among The Tombstones" an erster Stelle mit seiner Noir-Atmosphäre und verzichtet dabei weitestgehend auf Action.
Denn auch wenn hier und da geschossen wird und die seltene aber effektive Gewaltdarstellung ein FSK16 rechtfertigt, sollte man einen großen Bogen um den Film machen, da er noch weniger Action bietet als zuletzt "The Equalizer".
Und auch die Spannung alleine kann den Film nicht tragen, da der Zuschauer meist weiß, was Sache ist und wer wer ist.
Das ist aber nicht weiter schlimm sondern eher gewollt, da so die Geschichte in einem angenehmen Tempo und gut verständlich erzählt wird.
Spannung entsteht dabei nicht durch die Unwissenheit der Zuschauer über die Hintergründe der Ereignisse, sondern nur durch die Frage "Wie endet das?".
Man erfährt sehr bald was passiert, warum es passiert und wer es war, langweilt sich dabei aber trotzdem nicht.
Das liegt an erster Stelle natürlich an Liam Neeson der hier gewohnt gut spielt und wesentlich zur gelungenen Atmosphäre beiträgt, die ich ja bereits erwähnt hatte.
Man wird in die 90er zurückgezogen und das macht den Film zu einem kleinen Genuss, sofern man mit einem ruhigen Noir-Film etwas anfangen kann.
Denn ist "Ruhet in Frieden - A Walk Among The Tombstones" für Thriller- und Liam Neeson-Fans "nur" ein kleiner Snack für zwischendurch um sich das Warten auf seinen nächsten Film zu verkürzen, bietet er für Noir-Fans einiges mehr und ist somit auf jeden Fall sehens- und empfehlenswert.
Fazit:
Ein gelungener Thriller der aber weniger von der Spannung und noch weniger von der Action lebt.
Vielmehr macht ihn die gelungene Atmosphäre in Kombination mit der guten Charakterzeichnung vor allem für Noir-Fans sehenswert.