Ein Marvel-Star wird zu Donald Trump: Dieser Oscar-Kandidat ist ebenso witzig wie erschreckend – jetzt neu im Heimkino
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

Nicht nur aufgrund der anstehenden Oscar-Verleihung ist das skurrile und erschütternde Drama „The Apprentice – The Trump Story“ einer der Filme des Jahres 2024, die aktuell besonders aktuell sind. Nun könnt ihr ihn im Heimkino nachholen.

2024 war für Sebastian Stan wahrlich kein schlechtes Jahr: Der Marvel-Star, der unter anderem im Milliarden-Dollar-Hit „Avengers: Infinity War“ zu sehen war, kam mit seinen neusten Filmen zwar längst nicht an die Einspielergebnisse seiner MCU-Einsätze heran. Dafür wurde ihm viele Male eine Karrierebestleistung attestiert – sowohl für die Psychodrama-Thrillerkomödie „A Different Man“ als auch für das Biopic „The Apprentice – The Trump Story“.

Für den Einblick in die Jahre, die aus dem Millionärssohn die einflussreiche und destruktive Persönlichkeit gemacht haben, die Donald Trump jetzt ist, erhielt Stan sogar seine erste Oscar-Nominierung. Jetzt könnt ihr euch den erschreckend relevanten Film ganz bequem zuhause anschauen: Seit dieser Woche ist „The Apprentice“ auf DVD und Blu-ray im Heimkino erhältlich!

Neben Hauptdarsteller Sebastian Stan hat noch ein Schauspieler dank „The Apprentice“ Chancen auf einen Academy Award: „Succession“-Star Jeremy Strong spielt Donald Trumps Mentor und wurde für seine Leistung als bester Nebendarsteller nominiert. Falls ihr diese beiden Performances sehen wollt, aber keine Lust habt, euer Regal vollzustllen: Ihr könnt „The Apprentice“ auch als VOD u.a. via Amazon Prime Video* beziehen.

Das ist "The Apprentice – The Trump Story"

New York während der 1970er: Millionärssohn Donald J. Trump (Sebastian Stan) hat in der Geschäftswelt noch nicht richtig Fuß gefasst. Dabei ist er fest entschlossen, nicht einfach den Erwartungen seines übermächtigen Vaters gerecht zu werden – er will aus dem Schatten seines alten Herren fliehen! Also stürzt er sich kopfüber in die Immobilienbranche von Manhattan.

Im Haifischbecken der Schwerreichen begegnet Trump dem gewieften und gewissenlosen Roy Cohn (Jeremy Strong), einem zielstrebigen Rechtsberater und Fixer, der beispielsweise Senator McCarthy bei seiner manischen Jagd auf vermeintliche Vaterlandsverräter unterstützt hat. Cohn erkennt auf Anhieb das gewaltige Potenzial, das in Trump steckt...

Dem Schrecken (über lange Strecken) ins Gesicht lachen

Verfasst wurde „The Apprentice“ von US-Journalist Gabriel Sherman, der mit einer Biografie über den mehrfach der sexuellen Belästigung beschuldigten, früheren Fox-News-Chef Roger Ailes einen Bestseller landete. Regie führte wiederum Ali Abbasi, der zuvor mit „Holy Spider“ für Furore sorgte – einem an wahren Ereignissen orientierten Thriller über einen Frauen verachtenden Verbrecher, dessen abscheulichen Taten von einem verstörend großen Teil der Gesellschaft gutgeheißen wurden.

Thematisch völlig neues Terrain mussten sich Sherman und Abbasi also nicht erschließen, trotzdem verzichteten sie darauf, bei „The Apprentice“ den naheliegendsten Weg zu gehen. Stattdessen lieferten sie ein informatives Drama ab, das zugleich „ein ziemlich witziger Film“ ist. Das urteilte unter anderem FILMSTARTS-Chefkritiker Christoph Petersen, der großen Spaß an der vom Film gebotenen Aneinanderreihung absurder Trump-Anekdoten hatte.

Dennoch verschließt diese in einem Retro-Look gehaltene Ursprungsgeschichte zahlreicher heutiger Trump-Manierismen, -Taktiken, -Ansichten und -Sprüche keinesfalls die Augen davor, was den Demagogen nunmehr ausmacht: Es gibt „immer wieder einzelne Formulierungen, die einem mit dem heutigen Wissen einen eiskalten Schauer verpassen, wie es in der FILMSTARTS-Kritik heißt – und auch die boshaften Handlungen des Film-Trumps lassen sukzessive weniger Interpretationsspielraum.

Im Oscar-Rennen bekommen Stan und Strong derzeit auf den einschlägigen Fachportalen lediglich Außenseiterchancen zugesprochen. Um einen anderen Film ist es da schon besser bestellt – und der zieht seine humorvollen Aspekte deutlich länger durch als „The Apprentice“. Mehr über das überraschende Comedy-Filmhighlight 2024 erfahrt ihr im folgenden Artikel:

DAS ist der unterhaltsamste Oscar-Film des Jahres – und so könnt ihr ihn noch vor der Verleihung schauen!

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