Mit "Snow White & The Huntsman" erzählt Regisseur Rupert Sanders die Geschichte von Schneewittchen im modernen Gewand. Nachdem der König siegreich aus der Schlacht hervorgeht, entdeckt er eine anmutende, junge Frau in einem Käfig. Er ist so sehr von ihr angetan, dass er sie gleich am nächsten Tag heiratet. Die junge Frau entpuppt sich als die böse Hexe Revanna (Charlize Theron). Nachdem sie ihren neuen Gatten ermordet, wird sie zur Königen ernannt und sie beginnt gleich damit das Land mit Schrecken zu regieren. Besessen von der ewigen Jugend und eitlen Schönheit, fragt sie ihren magischen Spiegel immer wieder, wer die schönste Frau im ganzen Land ist. Der Spiegel erhält jedoch eine unerfreuliche Nachricht. Es ist nicht sie, sondern die Tochter, des Gatten, den sie ermordet hat. Sofort sperrt sie Schneewittchen ein. Jahre später entkommt sie (Kristen Stewart) aus ihrer Gefangenschafft. Revanna erfährt, dass sie ihr Herz braucht um ewig jung zu bleiben. So setzt sie den sogenannten Huntsman (Chris Hemsworth)auf ihre Fährte an um ihr Herz zu holen...
"Snow White & The Huntsman" geht in der ungekürzten Fassung sogar geschlagene 2,5 Stunden lang und schlicht schlecht! Leider! Denn der Streifen fängt verblüffend gut an. Die Anfangsschlacht sieht so gut aus und Revanna wird furchtbar interessant eingeführt. Die Szenen sind sehr düster. Ganz besonders wenn sie mit ihrer ersten Amtshandlung alle Bewohner töten lässt...weil sie nicht weiß, was sie mit denen machen soll...Nach dem Zeitsprung wird der Film jedoch von Szene zu Szene banaler. Es gab unzählige Szenen die unfreiwillig komisch sind. Zum Beispiel wenn Schneewittchen urplötzlich an der Mauer einen 15 cm langen, rostigen Nagel entdeckt und damit ihre Freiheit erkämpft, obwohl sie 8 Jahre lang in dieser Zelle verbracht hat. Oder als, wie bestellt, am Ende der Kanalisation ein strahlend, weißes Pferd auf sie wartet und sie damit entkommt. Der ganze Film ist voll solcher Szenen bei denen man nur den Kopf schütteln kann. Das schlimmste jedoch ist, dass Schneewittchen zusammen mit den Huntsman von Ort zu Ort reist und viele Länder sieht, aber dies überhaupt gar keine Bedeutung hat! So, als würde der Regisseur möglichst viele Märchenelemente in einem Film packen wollen. Manche Szenen wirken sogar so, als wären sie wichtig, was sie letztendlich nicht sind. Beispielweise lernt sie Schneewittchen den Waldgeist (ein großer Hirsch) kennen und alle Anwesenden sind nur verblüfft weil dieser sich keinem je gezeigt hat. Man erwartet als Zuschauer etwas besonders oder lehrreiches, aber das kommt niemals. Hin und wieder wird Revanne eingeblendet. Sie badet, zerbricht einen Spiegel, egal was sie tut, es sieht fabelhaft aus, aber es hat keinerlei Bedeutung. Der Huntsman spielt immer wieder auf seine verstorbene Frau Sara an oder wird von einen anderen erwähnt, aber man erfährt nie wirklich, was dahinter steckt. Dadurch wird sogenannte Handlung von Minute zu Minute wirrer und man verliert als Zuschauer völlig das Interesse. Einen großen Beitrag leistet auch Kristin Stewart dazu. Als strahlende Schönheit die mit Mut und Glanz ihr Königreich aus den Fängen der bösen Königen befreien soll, funktioniert sie überhaupt nicht. Sie hat Null Ausstrahlungskraft um als Prinzessin durchzukommen. Ihre Worte versteht man kaum. Gegen Ende sollte sie anscheinend eine große und beeindruckende Rede halten. Ich kam aus dem Lachen und Schmunzeln kaum raus. Wahrscheinlich wurde sie nur aus Marketingtechnischen Gründen geholt. Hemsworth darf hier und da glänzen. Ein paar coole Sprüche ablassen und gewohnt den starken Mann spielen. Er ist zwar sympathisch, aber mehr nicht. Ein Lichtblick ist die Süd-Afrikanerin Theron. Sie hatte anscheinend sehr viel Spaß mit ihrer Rolle. Sie gefiel mir so gut, dass ich mich über ihre kurze Leinwandzeit lautstark aufregte. Das Äußere ist jedoch mehr als Hui. Wir kriegen von Anfang an erstklassige und stylische Bilder zu sehen. Zwar ist der Streifen inhaltlich absoluter Müll und besitzt null Tiefe, aber ich hätte die Effekte zu gerne im Kino gesehen. Schönheit Theron darf in vielen Kleidern glänze und sie sieht einfach nur fabelhaft aus. Auch die Animation der Magie ist sehr gut gelungen.
FAZIT: Am Ende türmten sich bei mir die ganzen Fragen auf. Mittlerweile sind mir diese jedoch egal, da ich den Film bereits ad acta gelegt habe. Er ist keine absolute Enttäuschung. Dafür sind die Bilder zu cool und Theron zu schaurig schön. Die blöden Dialoge, der inhaltslose Inhalt, die vielen Logiklöcher, die lange Reise ins nichts und selbstverständlich Kristen Stewart werden mich aber davon abhalten, den Film eine zweite Chance zu geben.