Durchschnitts-Wertung
4,5
911 Wertungen
Deine Meinung zu Oldboy ?
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 18. März 2010
Drei Tage ist es her, dass ich Oldboy gesehen habe und ich komme immer noch nicht los von diesem Film. Unmittelbar nach dem Film hätte ich am liebsten schon meine Rezession verfasst und diesem Ausnahmewerk sofort 10/10 Punkten gegeben. Dann habe ich verschiedene andere Meinungen zu dem Film studiert und festgestellt, dass Oldboy entweder gnadenlos gehasst oder aber vergöttert wird. So hat sich mir die Frage gestellt, ob auch ich Oldboy eventuell besser beschreibe, als er ist. Am Ende ist es bei 10/10 Punkten geblieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein anderer Film in diesem Genre Olboy übertreffen kann – und deshalb ist er unübertrefflich.



Ein Mann landet volltrunken auf der Polizeiwache. Er ist aggressiv, will nach Hause, seine Tochter hat Geburtstag. Der Mann heißt Oh Dae Su. Er ruft von einer Telefonzelle nach Hause an, gestattet seinem Kumpel auch ein paar Worte – und ist plötzlich verschwunden. Danach findet er sich in einem Zimmer, einem eigentlichen Käfig wieder. Er weiß nicht warum er dort ist und wer ihn dahin gebracht hat. So vergehen 15 Jahre. Dann ist er plötzlich frei, erfüllt mit dem Wunsch nach Rache an seinen Peinigern. Dass sein eigentlicher Alptraum erst jetzt beginnt, weiß er nicht. Mehr werde ich nicht verraten, das wäre ein Verbrechen.

Der Film fesselt von der ersten Minute an durch seinen mysteriösen Plot. Wer macht das? Wieso tut er dies? Oh Dae Sue erzählt das Geschehene aus der Retrospektive, aber nie so, dass er ein Ereignis oder eine Wendung antizipiert. Der Film ist in einer genialen, gemäldehaften Optik gedreht. Was auch immer man von Oldboy halten mag – die Schnitte suchen ihresgleichen. Jedes Bild, jede Szene oder Handlung ist zu 100% mit der richtigen Hintergrundmusik unterlegt. Jeder der Hauptdarsteller gibt eine Leistung ab, die nicht zu toppen ist. Der Film ist Poesie.

Vielfach werden im Zusammenhang mit Oldboy auch die Filme „Kill Bill“ und „The Game“ genannt. Dahinter stehen große Regisseure wie Fincher und Tarantino. Park nimmt es aber locker mit ihnen auf. Das Verwirrspiel in Oldboy ist weitaus komplexer, künstlerischer und vor allem dramatischer konzipiert als in „The Game“. Und „Kill Bill“? – Keine Missverständnisse, ich liebe Tarantinos Rachezweiteiler, aber Oldboy hängt auch ihn locker ab. Es mag Szenen geben, da kommt man zu dem Schluss, dass Oldboy Gewaltszenen ähnlich ästhetisiert wie Kill Bill. Der Schein trügt allerdings. Gerade die Kampfszene im Flur unterstreicht künstlerisch die Isolation und Distanz des Antihelden zu der Welt, in die er nach 15 Jahren entlassen wurde. Und obwohl Oldboy lose auf einem Comic beruht, ist die Gewalt deutlich weniger überzeichnet als in Tarantinos Werk, wenn auch nicht weniger explizit. Park ist ein gelungener Wechsel zwischen Hässlichkeit und Schönheit, Hass und Liebe, Tragik und Hoffnung gelungen – und das in einem recht actionreichen Film (wobei Action hier nicht nach den Kriterien Hollywoods definiert werden soll – Gott sei Dank).



Am Ende habe ich überlegt, ob man Oldboy nicht einen Punkt für einige Ungereimtheiten und Unglaubwürdigkeiten abziehen soll. Das hat er aber nicht verdient! Was filmt ein Herr Tarantino (den ich sehr verehre!) nicht alles für einen Unsinn ab und dann heißt es – der Mann macht guten Schund, egal, top! Nur weil der kunstvollere, realistischere, von Symbolik geprägte Oldboy am Ende einige Fragen aufwirft, will ich ihm daraus keinen Strick drehen. Ich darf nicht vergessen, dass ich von dem Film vollständig hypnotisiert war, seine Bilder, seine Story, seine Musik und die grandiosen Darsteller mich noch immer beschäftigen. Ich kenne keinen Regisseur, der es in so stimmiger Weise geschafft hat, verschiedene Genres (Rache-Action, Drama, Thriller, Mystery, Liebesfilm) in zwei kaum spürbaren Stunden zu vereinen, ohne sein Werk zu überfrachten. Und im Gegensatz zu den meisten Rachefilmen westlicher Art, findet der tragische Held nicht die Erlösung in der Vollendung der Rache, weil sie mehr und mehr nebensächlich wird, genau wie sein ganzes 15jähriges Märtyrium. Das Vergessen und die Liebe stehen darüber. Eine solche tiefsinnige Botschaft hätte man zu Anfang des Films wohl nicht erwartet.

Warum? – Sag ich nicht, unbedingt anschauen. Am besten vor dem HollywoodRemake. Ich bin kein Kenner oder Versteher des asiatischen Kinos, habe nie die Originale zu Kassenschlagern wie „The Ring“ oder „Departed“ gesehen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die amerikanisierte Version im Geringsten an diesen Film herankommt. Großartig.

5,0
Veröffentlicht am 28. Dezember 2020
Da ist er! Endlich mal wieder einer von den Blockbustern, nach denen ich schon lange Ausschau gehalten habe. Weit vom derzeitigen Mainstream (Comicverfilmungen etc.) entfernt, wird dem Zuschauer in Oldboy in extremster Weise eine hässliche Facette der Menschlichkeit vor Augen geführt: Rache. Und gerade diese kompromisslose Radikalität ist es, die mich immer wieder über das asiatische Kino staunen lässt.

Schon nach wenigen Bildern wird man in einen Strudel extremer Emotionen und Brutalität gerissen, der Zweifel an den Konstrukten der Menschlichkeit aufkommen lässt. Wie weit darf man für seine eigene Rache gehen? Was ist das Leben eines einzelnen Menschen wert? Was bedeutet Freiheit? Immer tiefer wird der Betrachter in die aussichtslose und verzweifelte Welt des Oh Dae-Sus gesogen, in der es nur Extreme zu geben scheint. Extreme Wut, extreme Verzweiflung, extreme Angst, extreme Liebe und extremer Schmerz prallen in harten Schnitten aufeinander und übertragen sich in einer kaum steigerbaren Intensität auf den Zuschauer. Die Musik ist immer treffend gewählt: mal geheimnisvoll, mal emotional-aufwühlend und mal traurig.

Park Chan-Wook erzählt die Geschichte in atemberaubenden, verstörenden Bildern, die den inneren Bewusstseinszustand von Oh Dae-Su widerspiegeln: In Momenten emotionaler Geborgenheit werden stark gesättigte Farben benutzt. In Momenten der Rache sind diese dagegen kalt und grau.

Oldboy ist einer von den Filmen, die mich auch Tage später noch über das Gesehene nachdenken lassen. Es ist ein Film ohne Gnade und voller kalter Gewalt. Oldboy ist mehr als die Summe seiner Teile. Jede Einstellung, jeder Charakter, jeder Dialog beinhaltet eine tiefgründige Aussage. So fasst Oh Dae-Su seine Situation in einer Szene perfekt zusammen:„Lache…und die ganze Welt lacht mit dir. Weine…und du weinst allein.“
5,0
Veröffentlicht am 21. Mai 2011
Meiner Meinung nach, ist Old Boy ein nahezu perfekter Film! Jeden, welche sich keine asiatischen Filme anschauen da sie denken das diese Filme immer nur übertrieben von Gewalt bestückt sind, kann ich davon nur abraten! Ich habe auch diesen Fehler immer gemacht und der Trailer hat mich umgestimmt und ich danke den Trailer dafür denn dieser Film hat sich fest in mein Hirn eingebrannt! Choi Min-sik spielt mehr als überragend! Ich frage mich heute noch wieso er für diese Rolle kein Oscar bekommen hat und wer besser als er damals gespielt hat! Ein wunderschöne, düstere Geschichte über Rache, welche mit unvorstellbarer schöner Musik untermalt ist. Das Ende bringt einen dazu nach dem Film sitzen zu bleiben und sich zu fragen was er da nur gesehen hat!! Ein Ende, welches man so niemals erwartet hätte!
5,0
Veröffentlicht am 12. Mai 2014
Eine dermaßen ausgeklügelte Geschichte hat einfach 5 Sterne verdient! Ein Mann, der nach 15 Jahren Gefangenschaft auf Rachefeldzug geht und den Grund herausfinden möchte, warum er für so lange Zeit eingesperrt wurde. Wie sich Oldboy im Laufe des Filmes entwickelt ist einfach atemberaubend. Absolut genial inszeniert, ein super atmosphärischer Soundtrack und zu überzeugend gespielt, dass einem wirklich die Nerven blank liegen. Ganz großes Kino!
5,0
Veröffentlicht am 15. Mai 2020
Lache und die Welt lacht mit dir, weine und du weinst allein.

Oldboy ist wunderschön und grausam zugleich. Park Chan-wook mystisch überhöhte Achterbahnfahrt der Gefühle ist von bemerkenswerter geradezu poetischer Schönheit. Selten allein das dem Zuschauer im apokalyptisch anmutenden Finale der Boden unter den Füßen weggezogen wird, auch die tollen Darsteller, der träumerisch Soundtrack und die ganze spezielle Bildkomposition sind schlicht einzigartig.
5,0
Veröffentlicht am 8. Oktober 2014
Oldboy ist ein wirklich krasser Film. Den sollte jeder mal gesehen haben. Ganz großes Kino aus Südkorea ohne viel schnick schnack aber mit einer genialen Kameraarbeit.

Ein Mann wird für 15 Jahre in einem kleinen Raum eingesperrt. Als er nach 15 Jahren wieder freigelassen wird macht er sich auf die Suche nach dem Grund.
"Warum haben die mich eingesperrt?" ist die Frage die ihn von nun auf seinem Rachefeldzug an antreibt.
5,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Jedes Bild ist ein Gemälde, jedes Geräusch eine Sinfonie und jeder Satz ein Zitat für die Ewigkeit in dieser schonungslosen und verstörenden Studie über Rache und Gewalt, ein schlicht und einfach perfekter Film mit großartigem und ewig nachwirkendem Ende. Ganz nebenbei enthalten: Die inszenatorisch beste Kampfszene aller Zeiten.
5,0
Veröffentlicht am 12. April 2014
Ein Mann kommt nach 15 Jahren Gefangenschaft frei. Er schnüffelt an fremden Leuten, zettelt Schlägereien an und isst einen lebenden Tintenfisch. Es ist, als wolle er alles Leben in sich aufsaugen, das er in den letzten anderthalb Jahrzehnten verpasst hat. Doch schon bald wendet er sich der einzigen Sache zu, die ihm im Leben noch bleibt: Rache. Park- Trilogie, die Zweite.____________ Oldboy erzählt die Geschichte eines Mannes Namens Oh Dae-Su, der sich seiner Schlechtigkeit nie bewusst war. Er wird dem Zuschauer als verantwortungsloser Trunkenbold vorgestellt, der über fünf oder sechs Gläsern den Geburtstag seiner kleinen Tochter vergessen hat. Als er das nächste Mal seine Augen öffnet, ist er in einem winzigen Zimmer eingesperrt und erfährt, dass ihm Alles genommen wurde. Der Zuschauer kann gar nicht anders, als Mitleid mit Oh Dae-Su haben, der immer mehr dem Wahnsinn verfällt. Choi Min-Siks Schauspiel ist nicht gerade subtil, aber seine verzerrte Mimik brennt sich für immer ins Gedächtnis ein. Auf der Suche nach seinem Peiniger erfährt Dae-Su Kapitel über die eigene Vergangenheit, die er längst vergessen hat, weil er sie für total unwichtig gehalten hat. Die Jagt nach der Rache wird Stück für Stück von Innen nach Außen gekehrt und für den Zuschauer, der nur soviel weiß wie Dae-Su, setzt sich langsam ein Bild der im Grunde banalen Ereignisse zusammen.___________ Es ist egal, wie unwahrscheinlich und konstruiert die Geschichte ist. Sie ist verdammt gut und das ist die Hauptsache. Die Motivation von Protagonist und Antagonist ist am Ende vollkommen nachvollziehbar, auch wenn sie unverhältnismäßig ist. Oldboy ist ein fiktionales Werk und erhebt keinerlei Anspruch auf Realismus. Das manifestiert sich unter anderem in der surrealen Gestaltung mancher Szenen, was dem Film einen albtraumhaften, fantastischen Einschlag gibt. Allein die grenzenlose Kreativität, die hier bei der Inszenierung bewiesen wurde, macht Oldboy bereits zu einem Meisterwerk. Was ihn ebenfalls auszeichnet, ist seine interessante Perspektive auf den Racheakt. Am Ende hat jeder das getan, was er tun wollte und trotzdem hat niemand wirklich sein Ziel erreicht. Rache wird als vollkommen destruktiv dargestellt und somit entglorifiziert. Zu guter Letzt ist Oldboy noch ein wirkungsvoller Horrorfilm. Die Gewalt ist, obwohl sie größtenteils Offscreen passiert, unheimlich intensiv. Der Zuschauer wird auch mit immensem emotionalem Leid konfrontiert, das allein von Choi Min-Siks schauspielerischer Leistung transportiert wird. Den größten „Schaden“ am Zuschauer wird aber der Schlusstwist anrichten, der zu den wenigen wirklich guten Wendungen in der Filmgeschichte gehört.___________ Oldboy ist ein ultrabrutaler Thriller, eine epische Tragödie und die perfekte Zusammenkunft von Film- Handwerk und Filmkunst.
5,0
Veröffentlicht am 28. März 2015
Kurzum: Fragt man mich, welches der beste Film ist, denn ich je gesehen habe, muss ich nicht lange Überlegen. Die Antwort heißt: OLDBOY!

Warum?

Ein Grandiose total verrtückte Story.
Ein massiv schockierendes Ende, das sogar Filme wie "Sieben, Shuter Island oder Sixth Sense" bei weitem Übertreffen.
Eine berührende Filmmusik
Perfekt inszenierte Darsteller
Kultige Zitate

Hier ist selbst für Tarantino nur Platz 2 reserviert!
5,0
Veröffentlicht am 30. April 2017
Für mich persönlich, ein absolut perfekter Film. Und das in jeder Hinsicht. Oldboy beweist dass selbst "veraltete" Konzepte wie die griechische Tragödie, in ihrem Kern auch in der Moderne funktionieren. Dabei fährt der Film gleichzeitig auch einen sehr philosphischen Ton, der sich mit der Frage nach Rache, Gerechtigkeit und Liebe beschäftigt. Chan Wook-Park's Regie ist tadellos, die Actionsequenzen sitzen, das Editing ist immer storygetrieben und systematisch, die Kameraarbeit kreativ und der Soundtrack wunderschön. Die Darsteller geben (allen vorran Choi Min‑sik) oscarreife Performances. Asian cinema at it's best.
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