Durchschnitts-Wertung
3,4
155 Wertungen
Deine Meinung zu Der Killer ?
3,5
Veröffentlicht am 10. November 2023
Die Story ist so generisch wie der Titel: ein Auftragsmörder verpatzt einen wichtigen Job und wird von seinem Auftragsgeber mit einer Vergeltungsmaßnahme bedacht. Fortan ist der Killer selbst daran, Rache zu üben. Das wird in diesem Form zu einem redseligen Film verarbeitet, in dem es zwar auch zu Action und Gewaltspitzen kommt, aber sehr langsam und selten. Der Film ist ein Slowburner, der langsam angeht und dann gelegentlich explodiert. Dabei sehen wir dem stoischen Killer zu, der seine Aktionen stetig kommentiert und sich eine merkwürdige Tiefe verleiht. Irgendwie fällt das zwischen die Genres, entfaltet aber denoch einen Sog und eine große Faszination. Das mag aber vor allem An Fassbender liegen, der die Figur zwar nicht mit Charme, aber mit viel Ausruck spielt.



Fazit: Standardstory in ungewöhnlicher Verpackung - faszinierend
3,0
Veröffentlicht am 14. November 2023
Ich muss den Film ganz klar als Enttäuschung einstufen. Finchers Filme haben mich in der jüngeren Vergangenheit alle nicht mehr sonderlich überzeugt, "Gone Girl" ausgenommen. "The Killer" fällt leider in die selbe Schiene, obwohl der Beginn extrem vielversprechend ist. Den inneren Monolog, der Fassbenders Alltag als Auftragskiller beschreibt hat zunächst extrem viel Potenzial und gerade in der ersten halben Stunde ist der Film auch extrem spannend, weil wir etwas aus dem Alltag der Figur erfahren und wie sie arbeitet, leider wendet sich dann der Film vollkommen und wir bekommen eine Rachestory serviert, die zwar die Elemente des Beginns immer wieder kurz einstreuen, aber nie wieder so schön ausfeilen. Fassbender spielt zwar gut kann aber seiner Figur keine wirkliche Tiefe verleihen, weil das Drehbuch dies nicht vorsieht. Man entwickelt keine Sympathie, was mein bei einem Killer auch nicht muss, aber auch sonst findet man keinen Zugang zu der Figur selbst, wodurch der Film ebenfalls stark abflacht. Lieder weicht der Film dann auch bis zum Ende nicht mehr von dem Racheweg ab. Fassbender ist zwar durchaus konsequent, aber hat eben auch keine Fallhöhe. Großer Minuspunkt waren für mich zudem die Aktion Szenen, insbesondere eine in einem Haus. Nicht nur dass die Kamera einen fürchterlichen Wackeleffekt aufweist und extrem unruhig ist, auch die Aktion selbst wirkt wie aus einem Comicfilm, indem man sich durch den Raum wirft oder ganze Möbel ohne Schwierigkeiten schmeißt. Ich konnte dem Film leider nicht sonderlich viel abgewinnen.
3,0
Veröffentlicht am 20. November 2023
TAGESGESCHÄFT EINES ZYNIKERS

Gewerkschaften gibt’s für diese Branche keine. Auch die Hotline für den Kundendienst sucht man vergebens. Denn Auftragsmörder müssen alles selber machen. Naja, fast alles. Zumindest erhalten sie ihre Aufträge über getarnte Mittelsmänner und -frauen, die im Falle eines Deals ordentlich mitschneiden. Doch mehr ist da nicht. Und ist der Kunde mal unzufrieden, kann er sich seine Beschwerde sonst wohin stecken. Das wäre im regulären und auch legalen Dienstleistungsgewerbe eine vielleicht zwar ärgerliche, aber nicht so große Sache. Doch wenn es darum geht, eine Zielperson zu liquidieren, die dem Kunden sauer aufstößt, und diese Liquidation dann so richtig versemmelt wird, würde man als unzufriedener Auftraggeber dann doch gerne sein Herz ausschütten wollen.

Da der Killer aber den Beschwerden kein Ohr schenken kann, weil er ausschließlich damit beschäftigt ist, unterzutauchen, bleibt nur noch die Möglichkeit, den Auftrag zu annullieren. Was dabei im Notfallplan ganz oben steht, ist das Einschläfern des Killers selbst, denn nicht erbrachte Leistung kann für jene, die sich die Finger nicht schmutzig machen wollen, unschöne Folgen haben. Bei so einer Zero Tolerance-Arbeitsphilosophie hätte ich als asketischer Perfektionist, wie Michael Fassbender ihn darstellt, längst auf ein anders Pferd gesetzt. Anscheinend aber ist der Mammon wieder mal alles, und der Rest, wie er selbst sagt, scheißegal. Dieser Killer also, der so viele Namen trägt, wie der Film Minuten hat, „gschaftlhubert“ sich, wie man in Österreich sagen würde, durch einen durchgestalteten Notfallplan, der zum Tragen kommt, wenn der Schuss danebengeht. Stets ist uns der Mann mit dem Hut in seinen Gedanken einen Schritt voraus – ehe das Publikum begreift, was er vorhat, sitzt Fassbender wieder irgendwo im Flieger, völlig unverdächtig mit Sonnenbrille und scheelem Blick, denn es könnte der Verbraucherschutz hinter ihm her sein.

Basierend auf der Comicserie von Matz, hat David Fincher einen Finsterling erschaffen, der weder Moral- noch Wertvorstellungen besitzt. Will man so einer Person zwei Stunden lang durch einen Film folgen? Warum nicht, schließlich kann es ja sein, dass diese im Laufe ihrer Tätigkeit an Grenzen stößt, die das Spektrum erweitern oder die Sicht auf die Dinge vielleicht verändern. Doch mit irgendwelchen moralischen Zeigefingern fuchtelt Fincher nicht herum – im Gegenteil. Für diesen Killer, dessen Motivation keinerlei Erwähnung findet, auch wenn er langmächtig herumphilosophiert, gibt es kein Zurück. Auf irreversible Weise hat er sich selbst definiert, und unter dieser Überzeugung übt er auch Vergeltung. Womit wir wieder bei Schema F jener Sorte von Thriller wären, die Auftragskiller gerne gegen ihre Kundschaft losschickt, aus Rache oder persönlicher Kränkung; weil sie endlich frei sein wollen (siehe John Wick oder Kate) oder weil sie doch noch sowas wie ein Herz haben (siehe Leon, der Profi).

Etwas allerdings ist dann doch anders als sonst. Fernab jeglicher hieb-, stich- und schussfester Akrobatik probt Fincher die pragmatische Reduktion im Zwielicht, als Schattenriss unter Straßenlaternen oder im verwaschenen Halo indirekter Lichtverschmutzung. Fassbender rezitiert sein abgedroschenes Mantra, das unter anderem beinhaltet, niemanden zu trauen und sich nicht ablenken zu lassen. Binsenweisheiten eines Überheblichen, bei dem man sich wünscht, dass er damit nicht durchkommt. Im Grunde sehen wir einem Verbrecher bei seiner Arbeit zu, der, vom Tagesgeschäft überrumpelt, wie einst Alain Delon Schadensbegrenzung übt, indem er, unter anderem im Zuge knochenharten Hickhacks mit Kollegen, Schaden verursacht. Eiskalt und ohne Mitgefühl, dadurch aber unsagbar zynisch und arrogant, gewinnt der Killer niemanden für sich. Finchers Charakterstudie hat somit keinerlei Mehrwert. Und anders als in Formaten wie Breaking Bad, wo die moralisch Verkommenen immerhin noch ein bisschen was an ihrer schwarzen Weste weiß halten, weil sie gewissen Werten folgen, bleibt diesem hier nicht mal das. Wie ernüchternd.
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3,5
Veröffentlicht am 29. Oktober 2023
fast alles geordnet


Nachdem der Profikiller (Michael Fassbender) einen Auftrag verpatzt, sollen alle Spuren beseitigt werden, inklusive ihm. Der Killer hat nur eine Chance: Er muss alle Beteiligten auslöschen.

David Fincher ist einer der besten US-amerikanischen Regisseure. Große Hits wie „Sieben“ (1995), „Fight Club“ (1999), „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ (2008) und „Gone Girl“ (2014) gehen auf sein Konto. Nun also „Der Killer“, eine Netflix-Produktion.

Michael Fassbender verbreitet beinahe allein die beeindruckende Atmosphäre, fast nur durch seine Mimik, der starre Blick, dazu eingeübte Handgriffe. Cool, feste Normen hat er, der Killer: halte dich an den Plan, improvisiere nicht, zeige keine Empathie usw. Seine Stimme betet diese Maximen immer wieder aus dem Hintergrund. Sportliche Fitness ist obligatorisch (dann geht auch mal was von einer weltbekannten Burger-Kette). In Momenten, die eine Ausweispflicht erfordern, trägt er jeweils einen anderen Namen. Dass dann nicht alles wie vorgesehen klappt, verursacht das faszinierend Menschelnde an Finchers Film, der chronologisch aufgebaut in Kapiteln über die Leinwand läuft; ein Stil, nicht zwingend erforderlich, passt aber irgendwie zum Regelmechanismus des Killers. Humor blitzt sporadisch auf, dann überwiegend verbal, auf die Situation bezogen, fein verbaut. Die Spannungskurve steigt an. Ja, wieder ein echter Fincher.

In 118 Minuten ohne Hänger sieht das Publikum einen Mann, der Sicherheit für die Zukunft benötigt, dem das kürzlich Getane im Kopf umhergeht. Seine weiter zurückliegende Vergangenheit bleibt ein Rätsel. Obwohl er die hinterhältig schleichende Methode bevorzugt, z.B. mit Gift, sind in dieser Geschichte stets Handfeuerwaffen im tödlichen Spiel. Seine Vorgehensweise, unter anderem das Aufsuchen der Expertin (Tilda Swinton), gleicht eher einem Vabanque-Spiel. Effektvoll, dramaturgisch gesehen abwechslungsreicher, aber unschlüssig, vielmehr schädlich für den Charakter Killer. Ohne diese Unstimmigkeiten hätte Fincher seinem Werk durchaus mehr Tiefe verleihen können.

„Der Killer“ ist ein stimmungsvoller und packender Thriller mit einer interessanten, genial gespielten Hauptfigur, die im späteren Verlauf des Films beliebiger wird.
4,0
Veröffentlicht am 15. November 2023
David Fincher ist ohne Frage einer der bedeutendsten Regisseure unserer Zeit. Bahnbrechende Werke wie "Sieben", "Fight Club", "Zodiac" oder "Gone Girl" zieren neben anderen seine Vita. Dementsprechend gespannt war ich auf seine neue Arbeit "The Killer" mit Michael Fassbender in der Hauptrolle.
Der Beginn ist mehr als vielversprechend, eine kühle, detaillierte Darstellung des offenbar langweiligsten Jobs dieses Planeten: Killer. Visuell umgesetzt in einer Bildsprache, die in jeder einzelnen Szene eine Ästhetik in sich trägt, dass man vor Ehrfurcht auf die Knie fallen will.
Der Monolog aus dem Off (man hätte den Film auch "Ansichten eines Killers" nennen können) ist gut geschrieben.
Bis zu diesem unvorhersehbaren Unfall, dem beruflichen Desaster, ist Fincher's Film ein Meisterwerk.
Danach verlässt er leider den Pfad der absoluten Coolness und drückt dem Streifen mit zunehmender Laufzeit den Stempel "Rache-Thriller" auf. Da hilft es auch wenig, das Killer-Credo zum "Elftenmale" aus dem Off zu wiederholen.
Das wird zunehmend ermüdend und offenbart Fincher-unähnliche Längen, in denen eine Tilda Swinton förmlich verschenkt wird.
Trent Reznor und Atticus Ross weben einen gewohnt soliden Klangteppich, der atmosphärisch punkten kann. Zeitgenossen, die ein Problem mit "The Smiths" im Allgemeinen oder mit "Morrisey" im Besonderen haben, seien gewarnt. Es könnte akustisch anstrengend werden.
Auf einen genialen  Fincher-Plottwist wartet man schlussendlich auch leider vergebens.
Unterm Strich ist das natürlich Meckern auf hohem Niveau, aber mehr als vier Sterne kann ich hier leider nicht vergeben.
3,0
Veröffentlicht am 16. November 2023
Ein solider "Killer-Thriller", dem es leider aber auch erheblich an Glaubwürdigkeit mangelt und bei denen die Motive der Akteure weitgehend im Unklaren bleiben. Der Berufskiller tötet, weil es sein Beruf ist, andere lassen töten, weil man das halt so macht.
Michael Fassbenders Killer bleibt so blass wie seine Tarnung und dass er am Ende gemütlich mit seiner Freundin an der Meeresküste seinen Drink nimmt, trägt auch nicht zur Glaubwürdigkeit dieses Charakters dar.
Annehmbar
3,5
Veröffentlicht am 11. November 2023
David Fincher, kehrt mit einem neuen Thriller auf Netflix zurück. Es geht um einen Auftragskiller, wo einen Auftrag völlig vermasselt und nun gejagt wird. Michel Fassbender, spielt diese Rolle. Noch dabei ist Tilda Swinton, der Rest vom Cast ist eher unbekannt und auch nicht so wichtig. Es passiert in diesem Streifen manchmal lange nichts und plötzlich legt er wider einen zahn zu. Trotz seiner Ruhe, erzeugt er immer wider Spannung. Er ist in Kapitel erzählt, was das ganze noch ziemlich angenehm macht. Gehört zu den besseren Streaming-Filmen von Netflix.
1,5
Veröffentlicht am 10. Dezember 2023
Also ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich sagen soll. Der Film war die reinste Enttäuschung meinerseits. Der Film ist sehr langweilig. Es ist überhaupt keine Spannung vorhanden. Insgesamt ist der Film einfach nur schlecht.
Kino:
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 8. November 2023
Netflix-Ware, die hierzulande kurz vor dem Streaming noch im Kino gelandet ist, nur nicht auf vielen Leinwänden.
Die Anfangstitel sind weit überdurchschnittlich gut inklusive dröhnendem Ton. Damit kann der Film danach nicht mithalten.
Der Killer im Film vermasselt eigenhändig einen Job, und nachdem das in sein Privatleben durchschlägt, sieht er sich gezwungen, mit der Präzision eines Uhrwerkes kaltblütig aufzuräumen.
Alles schön und gut - sowie im Kino keine ganz große oder denkwürdige Sternstunde. Kein Witz, was mir nach den Anfangstiteln zuerst in Erinnerung bleiben wird, ist spoiler: der Produzent von überteuertem Eis.

Die Markenansammlung in The Killer kann man nicht mehr Schleichwerbung nennen; Sachen werden in die Kamera gehalten und Firmennamen sogar ausgesprochen - ganz übel, und das mit dem Eis kommt lachhaft daneben an, obwohl das jemand außerhalb eines Films natürlich genau so daherreden kann.
Besser als werbelastige TV-Ware ist The Killer insgesamt sicher, allerdings vergisst man vorher besser wieder, dass auf dem Produkt Fincher draufsteht. Eine Fassbender-Ein-Mann-Show ist es eher, obwohl für den Typ Killer die Höchstleistung bereits ziemlich am Anfang mit etwas Yoga abgehakt ist. Schauspielerisch ist eindeutig von niemand Besonderes geboten; diesen Killer könnten auch 1000 andere Leute darstellen.
Kalt und präzise passt zur Hauptfigur wie zum Film selbst, Thriller weniger, sehenswert schon - ist nur nicht so massenkompatibel-attraktiv wie z.B. Sieben oder so besonders wie der True-Crime-Hitfilm auf dem auch Fincher steht.
1,0
Veröffentlicht am 22. November 2023
Und dann sitzt er wieder da. Beobachtet das Haus gegenüber. Was sich dort so tut. Wie Vorbereitungen getroffen werden. Der Profikiller (Michael Fassbender) liegt auf der Dauer. Und dann kommt die Zielperson. Im Haus gegenüber herrscht Aktivität. Der Mann läuft hin und her. Der Killer zielt. Zielt. Und dann Unruhe. Schuss. Verfehlt.
So präzise der Killer auch ist - hier macht er einen Fehler. Obwohl er von sich selbst sagt, er mache keine Fehler.
Er flüchtet in die Dominikanische Republik. Sein Job ist schief gegangen, und irgendwie bringt den Killer das vollkommen aus der Bahn.
Und mehr noch: Man ist hinter ihm her. Er muss nun also die töten, die ihn töten wollen.

Aber wer jetzt denkt, dass da jetzt ein bisschen Tempo in die Geschichte kommt, der irrt gewaltig.
Denn "Der Killer" ist kein Ballerfilm, kein Actionreißer - nein, "Der Killer" ist Kunst. David Fincher macht Kunst. Er beobachtet genau, was der Killer macht. Wie er es macht. Wie er unterwegs ist. Und vor allem lässt der den Killer seine Gedanken referieren.
Hauptdarsteller Michael Fassbender - der wirklich in so ziemlich jeder Szene hochgradig präsent ist - macht das sehr gut. Aber leider nicht in einem sehr guten Film.
"Der Killer" zieht sich wahnsinnig dahin. Er baut anfangs tatsächlich eine gewisse Spannung auf - auch weil es irgendwie interessant erscheint, wie ruhig der Film ist. Dass der Film die Spannung aus der Ruhe bezieht.
Nur leider verlässt der Film die Ruhezone nicht. Er nimmt nie Fahrt auf, ist auf eine anstrengende Weise lethargisch, als ob eine Ruhe vor dem Sturm herrsche, und der Sturm dann nicht ausbricht.
Was anfangs spannend wirkt, ist leider zunehmend öde.
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