Durchschnitts-Wertung
3,8
45 Wertungen
Deine Meinung zu Like A Complete Unknown ?
2,0
Veröffentlicht am 14. März 2025
"Like A Complete Unknown" von James Mangold ist ein leider sehr langweilig geratenes Biopic über den jungen Bob Dylan. Timothé Chalamet spielt den Sänger und Songwriter wie einen übellaunigen Teenager, der einen auf supernachdenklich, düster und mysteriös macht, aber eigentlich nur ein selbstverliebtes Arschloch ist. Nun weiß ich nicht, ob der echte Bob Dylan auch so ein fürchterlicher Unsympath ohne jede Sozialkompetenz ist, aber im Film kommt er so rüber. Und dem Film-Bob-Dylan wird von seinen Mitmenschen sein unmögliches Verhalten verziehen, weil er ein musikalisches Genie ist.

Als ich in dem Alter war, in dem Bob Dylan am Anfang des Films ist, war ich auf der Schauspielschule. Da liefen zahlreiche Gleichaltrige herum mit großem Talent, die sich wie die letzten Arschlöcher aufgeführt und dabei einen auf supernachdenklich, düster und mysteriös gemacht haben. Und trotzdem wurde ihnen von Regisseuren und Dozenten das Ego gepuschelt, weil sie gut in dem waren, was sie gemacht haben. Menschlich waren diese Typen aber völlig daneben. Und genauso wirkt Bob Dylan in dem Film. Insofern: Ich bin voreingenommen und bekomme sofort schlechte Laune, wenn irgendwelche Dullis sich wie Gottes Geschenk ans Universum gerieren und Leute ihnen alles nachsehen und verzeihen, bloß weil sie ihren Job gut machen. Man kann auch talentiert sein, ohne sich wie ein Arsch aufzuführen.

Aber zurück zum Film: Es ist natürlich schwierig, einen Film zu mögen, wo die Hauptfigur unerträglich und unausstehlich ist, und bei dem man nicht versteht, wo genau das Problem liegt. Denn es geht in dem Film nicht nur um Bob Dylan als Mensch, sondern vor allem darum, wie er vom Folk-Musiker zu jemandem wurde, der einen ganz eigenen Musikstil entwickelt hat. Und so sehr ich Bob Dylans Songs mag (deswegen wollte ich den Film sehen), muss ich doch sagen, dass ich mich mit Folk-Musik nicht besonders gut auskenne, und nicht nachvollziehen kann, warum es für Folk-Puristen OK ist, mit einem Mikrophon die Stimme zu verstärken, aber Blasphemie ist, seine anderen Instrumente ebenfalls elektrisch zu verstärken. Offenbar war das für die Folk-Dogmatiker in dem Film ein Riesendrama und ich hab das Problem nicht verstanden.

Was ich tatsächlich interessant gefunden hätte, wäre, mehr davon zu erfahren, welchen Einfluss Bob Dylans Musik auf die Friedensbewegung in den 60er Jahren gehabt hat. Ich hätte gern viel mehr von der politischen Dimension seiner Songs erfahren. Und ich hätte auch gern mehr von Joan Baez Perspektive erfahren. Stattdessen schmollt und flunscht sich ein sonnenbebrillter Timothé Chalamet als verkanntes Genie durch den Film und ist beleidigt, weil das Publikum nicht hören mag, was er spielen will. Nervig.

Fazit: Unsympathische Hauptfigur, nicht nachvollziehbarer Konflikt, das wirklich Interessante kommt zu kurz - den Film kann man sich sparen und lieber direkt die Musik von Bob Dylan hören.
4,0
Veröffentlicht am 16. März 2025
Für ältere Semester eine Reise in die Vergangenheit. Mit einiger Verwunderung erlebt man noch einmal einenTeil der 60ziger Jahre, der für viele das Lebensgefühl in der einen oder anderen Art bestimmt und sicherlich den Musikgeschmack der meisten geprägt hat.
Das noch einmal nachzuvollziehen, auch die Entwicklung dieser neuen Musiksprache zu beleuchten, schafft der Film, mit seinen Figuren. Über Woody Guthrie, Pete Seeger, Johnny Cash, Joan Baez und natürlich bis zu Bod Dylan, tragen sie alle zum Entstehen einer Musik bei, die eine Epoche geprägt hat.
Sehr sehenswert
4,0
Veröffentlicht am 3. März 2025
Bob Dylan war 2016 der erste Musiker, der den Literatur-Nobelpreis erhielt. Und wenn man sich nun den Film „Like a complete Unknown“ ansieht, dann bekommt man auch eine Ahnung davon, wofür er ihn bekommen hat.
Ein Biopic zeigt, wie Bob Dylan mit seiner Musik bekannt geworden ist.

Anfang der 1960er-Jahre in New York. Bobby Dylan (Timothée Chalamet) ist 19, als er aus Minnesota in die Großstadt kommt. Er will Musik machen – er, seine Gitarre und seine Mundharmonika. Immer wieder ist er am texten und komponieren.
Er läuft zufällig Pete Seeger (Edward Norton) über den Weg, der gleich sein musikalisches Potenzial erkennt und ihm erste Auftritte besorgt.
Das Talent des Bob Dylan macht bald die Runde. Er tritt auf Folk-Konzerten auf, aber eigentlich ist es nicht das, was er machen will. Mit seinen Folksongs hatte er großen Erfolg, aber er will sich weiterentwickeln.
Das aber nehmen einige Leute übel – andere finden ihn genial. Zum Eklat kommt es, als Bob Dylan 1965 auf dem Newport Folk Festival mit E-Gitarre spielen will.

Es ist wieder eines dieser Musiker-Porträts, das vielen Menschen überhaupt erst mal die Augen öffnen wird. Denn es erklingen sehr viele Bob-Dylan-Songs, und wenn Timothée Chalamet diese interpretiert, dann können wir per Untertitel den Text mitlesen. Diese wahnsinnig schönen, poetischen Texte über das Leben mit all seinen Schönheiten und Widrigkeiten.
Timothée Chalamet spielt den immer leicht bedröhnt wirkenden und sehr auf sich bezogenen Bob Dylan bestechend gut, und es ist faszinierend, ihm beim Spielen und Singen zuzuschauen.
Der Film an sich bietet angesichts der Biografie natürlich wenig Überraschungen, aber die vielen Musikauftritte stehen für sich und haben eine große Wucht.
3,5
Veröffentlicht am 11. März 2025
Ist die Kreativität ein beunruhigter, ruheloser Geist, der nicht aus der Reihe tanzt, da er keine Reihe echte Anerkennung schenkt. Er will nicht von anderen gesteuert oder begleitet werden, weil er weder der Steuerung oder der Begleitung als Konzept nicht erkennt. Die Begegnung mit anderen läuft auf winzigen Funken von Nützlichkeit, aber nicht aus Rücksichtslosigkeit, da die wahre Liebe und Geborgenheit kommen irgendwie nicht vor.
Dementsprechend ist die Film eine bunte Potpourri der Zeitgeist der Musik der frühen Sechzigerjahren. Die Spannung zwischen der klassischen Volksmusik Tradition der USA und der neuen Ausdrücken der Freiheit der Sechzigerjahren erstens durch die Tür der Volksmusik. Charlemet spielt einen ständig verdutzten, halb benebelten Dylan der kreativ besessen scheint und pausenlos von Inspiration überfallen wird. Joan Baez, Johnny Cash und Peter Seeger kommen groß vor und Woody Guthrie wird als große Vorbild für Dylan, dezent aber deutlich gepriesen.
5,0
Veröffentlicht am 28. Februar 2025
👍🏽👍🏽Einfach wow👍🏽👍🏽

Der richtige Film zur richtigen Zeit, zeigt es doch ein Amerika der eingeschränkten Freiheit, um nicht zu sagen der Unfreiheit ist doch im Augenblick ein Faschist, Rassist, Sexist, Hetzer, Spalter und notorischer Lügner in den USA am Drücker und gibt sich alle Mühe in einem Akt der Gleichschaltung erst die journalistischen und alsbald wohl auch die künstlerischen Medien auf rechte Linie zu bringen

Ein unfassbar starker Film, welcher nicht nur bildgewaltig mit den geilsten Songs aufzuwarten, weiß, die jemals geschrieben wurden.

ein Paradebeispiel dafür dass Malerei, Film und Musik Im besten Falle, immer auch Abbilder, der Zeit sind, in welcher sie entstanden und entweder ein Lobgesang auf sie oder eine Kritik an jener.

unbedingt sehenswert
3,0
Veröffentlicht am 4. März 2025
Chalamet hat genau einen Gesichtsausdruck im Film.
Die Musik ist der eigentliche Hauptdarsteller, deshalb 3 Sterne.
1,5
Veröffentlicht am 4. März 2025
Ich bin über die guten Kritiken zu dem Film schwer verwundert. Der Film ist äußerst konventionell aufgebaut und strukturiert und so spannend, als ob dir jemand ein Kochbuch vorliest. Dafür wurde Kino nicht gemacht. Es gibt keine Innovation, es gibt nur die Nummer sicher, die niemanden verärgern und möglichst gute Kritiken bescheren soll. So bitte nicht.
5,0
Veröffentlicht am 2. März 2025
Ich war gestern mit meinem Vater in dem Film. Ich war sehr begeistert von der Leistung der Schauspieler/ innen und der Handlung. Vorher wusste ich ( 45) nicht viel über Bob Dylan und seine Karriere. Durch den Film habe ich manches dazu gelernt. Mein Vater ( 73) als Bob Dylan Fan war begeistert von dem Film und es war ein schöner Vater Sohn Abend im Kino. Vielen Dank für diesen tollen Film. Sehr sehenswert.
2,5
Veröffentlicht am 28. Februar 2025
Etwas langatmig, ewig mürrischer Bob. Wenig Höhepunkte. Songs altbekannt. Das Genie Bob Dylan erschliesst sich aus dem Film nicht.
0,5
Veröffentlicht am 15. Februar 2025
I'm sorry but it's so boring.
No depth, nothing and it took him 5 years?
He should have done Paul atreides better than to be distracted by that "movie" or "biopic"
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