Rosa von Praunheim kennt man als Filmemacher ja eher schrill, provokant, politisch - auf jeden Fall immer Selbstdarsteller par excellence mit Hang zum Schockieren einer bürgerlichen Öffentlichkeit.
Deshalb überrascht er in diesem Film umso mehr. Auf der Suche nach der Identität seiner leiblichen Mutter begibt sich Praunheim nach Riga, wo er im Kinderheim von seiner Adoptivmutter gefunden wurde.
Auch wenn Praunheim wie in vielen seiner anderen Film auch hier als Protagonist präsent ist, so wird das im Laufe des Films doch zusehends nebensächlich. Denn die Geschichte, die Praunheim mit dieser Suche erzählt, ist ein authentisches Stück Zeitgeschichte. Was als sehr persönliche Reise in die Vergangenheit beginnt, um die eigene Geschichte zu erforschen, entwickelt sich mehr und mehr zur Aufdeckung einer Episode aus dem finstersten Kapitel deutscher Geschichte. Gerade wegen seines persönlichen 'Touchs' ist dieser Film spannend und bewegend.