Als Freund leichter französischer Unterhaltungsfilme kommt man hier voll auf seine Kosten. Hautnah werden alle familiären Probleme durchgenudelt und humoristisch verpackt, ohne das es weh tut.
Da sind die typischen Generationskonflikte, wenn der Sohn das Elternhaus verläßt. Der Erstgeborene leidet unter dem Erwartungsdruck der Eltern, während mit dem Jüngsten beim Luftgitarrenwettbewerb rumgealbert wird. Zwischen Mutter und Tochter gibt es Zankereien ums rechtzeitige nach Hause kommen. Diese Liste ist nur ein kurzer Auszug der im Film gebotenen Reibereien, die jeder irgendwie kennt. Der Film will keine Anleitung zur Konfliktbewältigung bieten. Er zielt vielmehr auf die Lachmuskeln und schafft zwischendurch wohldosiert einige Brüller, zum Beispiel bei den ersten Erfahrungen der Tochter mit gewissen Sexualpraktiken, typisch französisch.
Umrahmt wird der Film durch die Strandszene. Zu Beginn wird geurlaubt, die Mutter ist schwanger. zuletzt trifft man sich zur Beerdigung des Vaters, dessen Asche ins Meer geschüttet wird. Aber das Leben geht weiter. Die Tochter hält einen positiven Schwangerschaftstest in Händen. der Vorhang fällt mit einer positiven Botschaft. Droht das Abgleiten ins Dramatische, zum Beispiel beim Thema Tod, versteht der Flm dies mit Rührseligkeit abzufangen.
Die Musikuntermalung, zum Beispiel Jenis Joplin oder die Doors, spricht die Generation der mehr oder weniger erfolgreichen Familiengründer an, die entweder schon länger eine Familie haben, oder wenn nicht, immer noch davon träumen. Die mittelständische Bühne mit geräumigem Eigenheim und Garten entspricht dem Traum weniger Privilegierter. Bösartig beurteilt, bieter der Film auf dem Hintergrund zunehmender Armut ein willkommenes Traumkino, Opium fürs Volk. So sind wir nicht, so möchten wir sein.
Dem Film würde mit solcher Aburteilung Unrecht getan, weil er von der ersten bis zur letzten Szene ehrlich ausdrückt, was er will: amüsant unterhalten. Es wird nicht eine Zote an die nächste gereiht, sondern sehr feinfühlig beobachtet und liebevoll humoristisch verpackt. Obwohl an wenigen Stellen etwas langatmig, ist er recht unterhaltsam: ein Wohlfühlfilm.