Kathryn Bigelow liefert hier eine solide Arbeit ab. Man ist sich jedoch als Zuschauer oft nicht sicher in welche Sparte man dieses Stück Kino einordnen soll, denn: Als (Anti)Kriegsfilm zieht der gewollt realistisch angehauchte Film aber leider nicht. Grund dafür ist die fehlende Objektivität. Sicherlich braucht man sich über die spannend inszenierten Actionszenen nicht unterhalten. Und wer meint dem Fim fehle es an Action, sollte sich lieber Dolph Lundgren B-Movies gönnen. Was also sollte der Film in erster Linie vermitteln? Ohne Frage liegt das hauptsächliche Augenmerk auf die, im Einsatz stehenden Soldaten. Dies wird auch gut deutlich dargestellt. In Anbetracht der ernsten Situation im Irak, verlässt sich der Film jedoch zu sehr darauf, dass der Zuschauer auschliesslich mit den Protagonisten symphatisiert. Auf Grund dieser Tatsache, büsst "The Hurt Locker" leider eine ganze Menge an Anspruch ein. Man kann sagen , dass es hier und da mal die Szene gibt, die einem versucht einen Überblick über die Antagonisten zu verschaffen. Meist aber wird die normale Bevökerung Iraks komplett im Abseits gelassen und die als abtrünnig und sehr böse gezeigten Attentäter in den Vordergrund geschoben. Hier sind nur Kinder unschuldig. In diesem Sinne, wo bleibt das "im Krieg ist jeder unschuldig", dass für einen wirklich guten Antikriegsfilm ein Muss ist, und eher der Wahrheit entspricht. Die fehlende Kritik an eigenem Kriegssystem, kann vielleicht aber auch davon abhängig gewesen sein, dass Kathryn Bigelow sich jetzt noch keine Selbstkritik leisten kann (Man nuss die Bosse ja auch zufrieden stellen). Wenn man sich aber damit abgefunden hat, dass "The Hurt Locker" eher ein Actionfilm mit ernster Aussage ist, kann er durchaus überzeugen. Die Kameraführung sorgt für einen dokumentarischen Stil und in einer gewissen Weise realistischen Eindruck der Geschehnisse. Realismus hängt aber nicht nur von der Sichtweise ab, sondern auch den Situationen, die sich abspielen. Sicherlich kann kein Film zu realistisch inszeniert werden, weil dann der Unterhaltungswert verloren geht. Die Kunst ist, durch die Erzählweise, die unrealistischen Details nicht allzu deutlich erscheinen zu lassen. Und dies gelingt "The Hurt Locker" durchaus.
Fazit: Ein sehenswerter Film, der aber eher durch seine Inszenierung als Aussage überzeugt.