Wer an Bruce Willis denkt, hat sofort einen Actionstar vor Augen – schließlich wurde er mit seiner Paraderolle als John McClane in „Stirb langsam“ weltberühmt. Ein Blick auf die Filmografie des heute 70-Jährigen zeigt allerdings schnell, dass das viel zu kurz greift:
Natürlich finden sich in seiner Vita zahlreiche Kracher wie „Last Boy Scout“ oder „Armageddon“. Doch abgesehen von „Stirb langsam 2“ hat es Willis nach seinem großen Durchbruch vermieden, mit weiteren Ein-Mann-Armee-Rollen auf Nummer sicher zu gehen. So wirkte er Anfang der 1990er-Jahre in einem Veteranen-Drama mit („Zurück aus der Hölle“), in einer Börsensatire („Fegefeuer der Eitelkeiten“), einer musikalischen Gaunerkomödie („Hudson Hawk – Der Meisterdieb“) und in einem Gangsterdrama („Billy Bathgate“) – außerdem lieh er in den ersten beiden „Kuck' mal, wer da spricht“-Filmen im Original dem Baby Mikey seine Stimme!
Was die meisten der genannten Filme abgesehen von Bruce Willis noch gemeinsam haben: Sie waren absolute Flops an den Kinokassen. Ein weiterer Film, in dem der „The Sixth Sense“-Darsteller in dieser Phase seiner Karriere zu sehen war, konnte sein (moderates) Budget von 7 Millionen US-Dollar zwar mehr als verdoppeln – in Vergessenheit geraten ist er aber trotzdem schnell. Die Rede ist von „Tödliche Gedanken“ (1991), in dem Willis an der Seite seiner damaligen Ehefrau Demi Moore zu sehen war.
Der Thriller dreht sich um die Friseurin Cynthia Kellogg (Moore), die auf der Polizeiwache von Detective John Woods (Harvey Keitel) einem Verhör unterzogen wird. Der Grund: Ihre beste Freundin und Arbeitskollegin Joyce Urbanski (Glenne Headly) soll ihren Alkoholiker-Ehemann James (Willis) ermordet haben. Was steckt wirklich dahinter – und weiß Cynthia mehr, als sie zunächst zugibt? In Rückblenden fächert Regisseur Alan Rudolph (drehte mit Willis später auch die gefloppte Satire „Breakfast Of Champions“) die Wahrheit auf...
Bruce Willis hält "Tödliche Gedanken" für unterschätzt
In einem Interview mit Esquire erinnerte sich Willis an die Frühzeit seiner Karriere zurück – und hatte dabei warme Worte für „Tödliche Gedanken“ übrig: „Ich mag einen kleinen Film aus den frühen Neunzigern namens ‚Tödliche Gedanken‘“, so der „Pulp Fiction“-Star. „Meine Rolle war kaum ausgearbeitet, aber ich habe viel dabei gelernt. Niemand erinnert sich daran.“
Falls es euch ähnlich geht, ihr das aber gerne ändern würdet, habt ihr bei den üblichen Streamingdiensten zurzeit leider kein Glück. Die DVD wiederum ist mittlerweile vergriffen – doch wenn ihr ein bisschen tiefer in die Tasche greift, könnt ihr sie mit etwas Glück noch gebraucht erstehen:
Kritiker-Legende war von dem Film begeistert
Das Echo der Fachpresse fiel seinerzeit durchwachsen aus – die US-amerikanische Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt etwa nur 56 Prozent an überwiegend positiven Rezensionen. Doch es gab auch ein paar begeisterte Stimmen, zu denen auch die von Kritiker-Papst Roger Ebert gehörte. Der schrieb in der Chicago Sun-Times:
„Das Drehbuch […] ist sorgfältig konstruiert, sodass die Rückblenden während der Zeugenaussage niemals zu viel preisgeben, aber auch nichts absichtlich verschleiern. Doch das Drehbuch ist nicht nur raffiniert – es ist auch sehr witzig, auf eine morbide und blutgetränkte Weise […]“
Wenn ihr dagegen wissen wollt, warum ein Bruce-Willis-Flop besser als sein Ruf ist, dann lest direkt im folgenden Artikel weiter:
Dieser Thriller-Flop gilt als einer der schlechtesten Filme von Bruce Willis – dabei ist er besser als sein Ruf*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.