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    Heute im TV: Trotz Hollywood-Legende und spannender Story-Idee wurde dieser Mystery-Horror-Thriller gnadenlos vermurkst
    Oliver Kube
    Oliver Kube
    -Freier Autor und Kritiker
    Oliver Kube ist seit den 1990ern als Journalist/Kritiker in Sachen Film, TV, Musik, Literatur & Technik tätig. Für FILMSTARTS schreibt er seit 2018.

    Der zweifache Oscargewinner ist eigentlich ein Gottesgeschenk für jede*n Filmemacher*in. Doch selbst der Edelmime konnte diesen lahmen Grusler mit Sci-Fi-Element nicht mehr retten. Schaut am Abend also lieber irgendetwas anderes als „Godsend“.

    Die Zutaten für „Godsend“ sahen auf den ersten Blick sehr vielversprechend aus. Denn neben „Der Pate 2“-Star Robert De Niro mischten noch weitere hochkarätige Kolleg*innen vor der Kamera mit. Und auch die vielleicht nicht gerade revolutionär originelle, aber doch Potenzial bietende Story, die fast nach einem Mix aus „Das Omen“, „Friedhof der Kuscheltiere“ und „Replicas“ klingt, machten noch Hoffnung. Drehbuch und Inszenierung ließen das Ganze dann aber doch enttäuschend lahm ausfallen. Wir können euch also nicht wirklich empfehlen, „Godsend“ einzuschalten. Etwas weiter unten in diesem Artikel gehen wir genauer auf die Gründe dafür ein.

    Falls ihr es dennoch riskieren wollt, läuft „Godsend“ am heutigen 17. Juli 2024 um 22.00 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung gibt es in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli um 0.15 Uhr. Alternativ könnt ihr den FSK-16-Titel aktuell ohne Aufpreis im Rahmen des Flatrate-Abos von Amazon Prime Video streamen:

    An der Seite von Robert De Niro spielen Greg Kinnear („Besser geht's nicht“), Rebecca Romijn („Star Trek: Strange New Worlds“) sowie der damals noch sehr junge, spätere „X-Men: Der letzte Widerstand“- und „Twilight“-Star Cameron Bright die Hauptrollen.

    "Godsend": Das ist die Story

    Paul (Kinnear) und Jessie (Romijn) Duncan sind rundum glücklich mit ihrem aufgeweckten Sohn Adam (Bright). Einen Tag nach dessen achten Geburtstag kommt es allerdings zu einem Autounfall, bei dem der Junge stirbt. Seine Eltern fallen daraufhin in ein tiefes, emotionales Loch. Eines Tages wird das Paar dann aber von Gen-Forscher Dr. Wells (De Niro) angesprochen, der ihnen einen verlockenden Vorschlag unterbreitet.

    Offenbar ist er in der Lage, aus der DNA des verstorbenen Sohnes einen Klon von Adam herzustellen. Trotz anfänglichem Zögern geben die Duncans ihr Einverständnis zu dem bisher noch beispiellosen Experiment. Und wie es scheint, läuft alles wie von Wells versprochen. Der neue Adam wird geboren und fast ist es so, als wäre der alte nie fort gewesen. Doch nach seinem achten Geburtstag verändert sich auf einmal der Charakter des Kindes und er entwickelt eine ausgeprägte Neigung zur Gewalt. Hat Wells beim Klonen vielleicht Gott gespielt und bewusst Änderungen an der DNA vorgenommen?

    Gottesgeschenk
    Gottesgeschenk
    Starttermin 8. Juli 2004 | 1 Std. 42 Min.
    Von Nick Hamm
    Mit Devon Bostick, Robert De Niro, Greg Kinnear
    Pressekritiken
    2,3
    User-Wertung
    2,0
    Filmstarts
    2,0

    Die Moralkeule wird geschwungen

    Schon in den ersten Minuten fällt auf, dass der Film sehr dunkel gestaltet ist und das Tempo offenbar bewusst verschleppt wird. Beides wäre eigentlich kein Problem, wenn es – abgesehen vom Aufbau einer zum Thema passenden düsteren Atmosphäre – noch erzählerische Gründe dafür gäbe. Was aber nicht der Fall zu sein scheint. Zudem fangen Regisseur Nick Hamm („The Hole“) und Drehbuchautor Mark Bomback („Wolverine: Weg des Kriegers“) auch mit der Klon-Thematik nichts anderes an, als sie zum Schwingen einer plumpen Moralkeule zu benutzen.

    Wie unsere nur laue 2 von 5 Sternen vergebende FILMSTARTS-Kritik passend beschreibt, stolpert „Godsend“ über sein unausgegorenes, von Logiklöchern durchzogenes Skript: „Anstatt aus dem Stoff ein sensibles, psychologisch ausbalanciertes Drama zu machen, legt Hamm [seinen Film] als straighten 08/15-Thriller an. Den Genickbruch bekommt der Film im Finale von Drehbuchautor Bomback verpasst. Die Wendung, mit der er Spannung erzeugen will, ist nicht halb so überraschend, wie er es gern hätte. Besonders ärgerlich ist [auch] die plötzliche Veränderung des De-Niro-Charakters, der ganz und gar nicht mehr stimmig ist. Die Krönung des Ganzen ist die moralische Simplifizierung der Handlung: ‚Wer Böses tut, wird mit einem bösen Kind bestraft.‘“

    Tut euch einfach den Gefallen und verplempert euren Abend nicht mit „Godsend“. Zumal Robert De Niro schon während des Drehs gemerkt zu haben schien, dass er bei einer Gurke dabei ist. Jedenfalls wirkt der sonst so intensive Mime hier erschreckend lust- und farblos. Welchen Film die Hollywood-Legende daneben ganz offen bereut, könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen:

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