Am Ende schliesst sich dann doch der Kreis und Ripley bringt ein Alien zur Erde. Vielleicht nicht so, wie es sich die Firma gedacht hat als sie die Nostromo ein Hilfesignal auffangen liessen im ersten Film, aber spielt das noch eine Rolle ?!
Ripley ist nicht tot und doch, sie wandelt durch Jeunets kaltfarbene Inszenierung wie ein Geist in einer Shakespear`schen Tragödie. Sie hat alle Angst verloren, denn das, was sie drei Filme langt fürchtete und bekämpfte, das ist sie jetzt selbst.
Ein Alien, eine Andere, Aussätzige.
"I`m a stranger here myself"
War Lieutenant Ripley in den ersten beiden Filmen noch Teil einer zivilen gut geordneten Gesellschaft ist ihr Absturz zu Beginn des dritten Films auch das Ende dieser Zugehörigkeit, findet sie sich unter Mördern und Vergewaltigern wieder.
Das Verschmilzen, Eins-Werden mit dem Anderen macht sie dann endgültig zu einem Wesen, das sich in Jeunets Inszenierung als lebensfähiger herausstellt als der durchschnittliche Mensch aus Fleisch und Blut.
"I`m a Monsters Mother"
Hier überleben die Körper, die für das Morgen gerüstet sind.
Jean Pierre Jeunets Film ist kälter, schärfer, grausamer und gleichzeitig komischer und surrealer als seine Vorgänger.
Der Ensemblecharakter ist wie es französischen Filmen eigen ist stark ausgeprägt, mit Dominique Pinon findet sich natürlich Jeunets Liebling im Cast, ebenso Ron Pearlman, die wunderbaren Dan Hedaya und Brad Dourif und auf besondere Weise gegenbesetzt Winona Ryder. Über all dem schwebt Ripley und lässt niemanden je vergessen, das es kein Entrinnen gibt. Sie ist schliesslich tot, also eine Autorität auf diesem Gebiet.
Die Geschichte ist eine konsequente Weiterführung der vorangegangenen Filme. Die Firma besteht nicht mehr aus Schreibtischtätern, hier wird das Skalpell geschwungen und mit den Zähnen gefletscht. Und endlich darf man begutachten, welche Fratze furchteinflössender ist. Und somit welche Spezies.
Schlussendlich ist es unnötig, in der Alien-Serie zu mutmaßen, welcher Film der Beste ist.
Tatsächlich haben 4 herausragende Regisseure 4 herausragende Filme gedreht und das ist etwas sehr Besonderes in der Filmwelt.
Alien:Resurrection ist mein Lieblingsfilm in der Reihe, ein brillianter surrealer Trip.
Und es ist kein Widerspruch, wenn man sich den Film zusammen mit Jeunets Amelie ansieht.
Beide eint die überbordene comichafte Fantasie und Zärtlichkeit.