Damals gabe es sie noch, die wirlichen langen Kinofilme! Kevin Costners "Der mit dem Wolf tanzt" erschien im Jahr 1990 im Kino. Mit 3 Stunden Laufzeit hat er vom Zuschauer einiges abverlangt. Ich habe jetzt vor kurzem den Director's Cut gesehen, der sogar 240 Minuten umfasst, also 4 Stunden. Ich denke, der Film dürfte aufgrund der Länge und dem eher gemütlichen Erzähltempo nicht unbedingt jedem zusagen. Kevin Costner nimmt sich für seine Figur sehr viel Zeit. Die eigentliche Vorgeschichte wird dabei recht flott erzählt. Während des Sezessionsrieges greift Lieutenant Dunbar den Gegner einfach an, alleine. Er verhilft seinen Leuten unverhofft zum Sieg und wird dann zum Helden ernannt. Danach läßt er sich freiwillig in den Westen versetzen, in ein Indianergebiet. Hier lernt er dann auch nach einiger Zeit endlich die ersten Indianer kennen und freundet sich zum Teil mit ihnen an. Alles an Costners Film war damals neu, gewagt, anders. Indianer spielten in einer Großzahl von Filmen eher den Feind. In Costners Film werden sie deutlich menschlicher dargestellt. Überhaupt bietet der Film einem einen guten Einblick in die damalige Zeit. Erstaunlich wie gut es Costner gelingt eine so tolle Atmosphäre zu schaffen. Allein die Szenen mit den vielen Büffeln ist spannend und schön zugleich. Ähnlich wie "Into The Wild" zeigt uns der Film auch viele tolle Landschaftsaufnahmen. Vielleicht wird hier der wilde Westen dann doch etwas zu "romantisch" dargestellt, das ist mir aber egal. Kevin Costner beweißt, dass er damals zur Schuspieler-Elite gehörte. Auch die vielen anderen Schauspieler, allen voran Graham Greene und Mary McDonnell, spielen glaubwürdig. 5 von 5 Sternen für diesen unvergessenen Westernlassier, der einen den ein oder anderen leinen "Magic Moment" bescheren düfte.