Der Scorpion King ist mal ein positives Beispiel für Popcorn Kino ohne jeden Anspruch - Durch das fehlende Sendungsbewußtsein der Macher und den Fokus auf pure Unterhaltung kann man für die Dauer des Films tatsächlich bestens und vor allem gefahrlos das Hirn abschalten. Weder wird man durchs Hintertürchen mit pseudoreligiösen Heilslehren oder esoterischen Gedankengut belästigt wie bei vielen anderen Machwerken aus dem Fantasygenre noch propagiert jemand (wie Milius bei Conan) sein reaktionäres Weltbild. Dank der Handlung in grauer Vorzeit bleibt man natürlich auch von in Zeitlupe flatternden USA-Fahnen und heldenhaften (Ex-)Marines verschont (Jerry Bruckheimer und Michael Bay haben mit dem Scorpion King nichts zu tun!). Die einfallslose Story aus lauter Versatzstücken zu kritisieren finde ich unfair. Immerhin hat der Film keine großen Längen, es passiert eigentlich immer irgend was und zu viel Ambition kann gerade bei Popcorn Filmen schnell nach hinten los gehen und zum peinlichen Reinfall werden. Was soll also schon kommen? Storytwists a la die Üblichen Verdächtigen oder Fight Club? Bezüge zur politischen und gesellschaftlichen Situation der Gegenwart? Die Drehbuchschreiber, die so etwas können arbeiten nicht für Projekte mit Wrestlern. Nein, wenn schon Popcorn-Kino, dann wirklich so naiv wie in Scorpion King. Läßt man das zwar unblutige aber letzendlich natürlich doch tödliche Rumgemetzel mal beiseite, erinnert der Film mich persönlich irgendwie an die Bud Spencer und Terrence Hill Klassiker der 70ger. Auch Sam Raimis Hercules Fernsehserie der 90ger mit Kevin Sorbo stand ein bisserl Pate. Würden nicht soviele Menschen sterben, sondern nach einer Backpfeife einfach wieder aufstehen, dann wär´s ein gänzlich harmloser Spaß für die ganze Familie und es gäb von mir noch einen Punkt extra.
Da das Budget für ein B-Movie nicht schlecht war und man sich bei den Kulissen anderer Großproduktionen bedienen konnte, macht die Optik durchaus was her: schöne Bauten, schöne Landschaft. Die Musik passt ins Bild und nervt nicht und die Darstellerleistungen sind für den Zweck solide. Gerade The Rock verkörpert das schweigsame Anabolika-Muskelmännlein, das selten bis nie die Mimik wechselt, nahezu perfekt. Ich persönlich finde den Typen trotz seiner Wahlkampfhilfe für den bösen Bush irgendwie sympathisch - man hat immer den Eindruck, er nimmt sich selbst nicht so ernst. Und im Vergleich mit dem ähnlich gelagerten Vin Diesel halte ich ihn auch noch für den besseren Schauspieler. Der Autor der Filmstarts Kritik sortiert Johnsons Perfomance in der Scorpion King knapp unterhalb der von Arnie ein - hm, ob sie an die Leistung des Gouvernators in Terminator I heranreicht weiß ich nicht, aber besser wie die in City Hai ist sie auf jeden Fall.