Das ich mit dem deutschen Film immer wieder meine Probleme habe, ist wohl allgemein bekannt. Das ich jedoch auch immer wieder wunderbare Perlen der heimatlichen Filmkunst zu schätzen weiß, sollte ebenfalls jeder meiner Lesenden wissen. Regisseurin Karoline Herfurth hat mich bisher eigentlich immer begeistert, und da ich zudem noch sehr gerne Nora Tschirner und Emilia Schüle sehe, war WUNDERSCHÖN einfach ein Muss für mich. Im Grunde wurden auch meine Erwartungen vollkommen erfüllt, da ich die Art der bereits bekannten Episodenerzählung in der Regel immer wunderbar und vielseitig finde. Zudem liefert uns Herfurth schwerwiegende Themen, die uns alle tagtäglich betreffen und daher auch eine unglaubliche Breite an Erzählstoff bieten. Auch wenn wir zum tausendsten Male einen Schluss mit Happy End und vielen tanzenden Menschen bekommen, so hat es der Film doch geschafft, mich sowohl zu belustigen, nachdenklich zu stimmen als auch emotional zu bewegen.
Und angesichts dessen, dass ich nun eine meiner längsten Kritiken veröffentliche, zeigt der Film doch, dass er genau die richtigen Strippen zieht, um die zentrale Thematik deutlich ins Gespräch zu rücken. Allein dafür gibt es hier eine gute Bewertung. Dennoch muss einfach gesagt werden, dass vieles viel zu oberflächlich angesprochen wird, manche Aspekte fast schon fahrlässig thematisiert werden und gerade jungen Menschen eine Traumwelt vorgegaukelt wird, mit der eigentlich genau dieser Film aufräumen sollte. Aus diesem Grund möchte ich dem Film zwei Bewertungen geben: aus der Konsumperspektive eine 7/10 und aus der Perspektive der Themenaufarbeitung eine 2/10 (mit Hinweis, dass die Themen trotzdem wichtig sind und einen hervorragenden Diskussionsansatz bieten).
Die gesamte Kritik gibt es auf riecks-filmkritiken.de/wunderschoen