Sci-Fi-Horror der maritimen Art von Regie-Talent William Eubank, der bei mir bereits bleibenden Eindruck hinterlassen hat ("The Signal" von 2014 und später "Land of Bad" aus 2024). "Underwater" liegt 2020 genau zwischen beiden Arbeiten.
Es geht verheißungsvoll los, Hochspannung ab der dritten Minute, und damit offenbart sich schon die größte Stärke des Films, weil das Spannungslevel bis zum Abspann nicht mehr nachlässt; allerdings auch die größte Schwäche, weil sich Eubank durch den fulminanten Einstieg, jeglicher Chancen beraubt, seine Figuren vernünftig einzuführen.
Das gelingt allenfalls und auch nur ansatzweise bei der Hauptprotagonistin, verkörpert von Kristen Stewart, die in jeder Hinsicht eine gute Figur abgibt. Alle anderen Akteure bleiben relativ blass, so dass man trotz der vorhandenen Spannung keine richtige Bindung zu ihnen aufbauen kann.
Sonst macht Eubank vieles richtig; klaustrophobische Atmosphäre, visuell starkes Creature-Design, was auch nicht überstrapaziert wird.
Allerdings muss man sich schon drauf einlassen können, ein Übermaß an wissenschaftlichem Verständnis und zu viel Hirnaktivität könnten dem Sehvergnügen abträglich sein. Trotzdem unterm Strich solide Kost, die Unterwasser-Referenz "The Abyss" von James Cameron bleibt aber unangetastet.