Bin positiv überrascht. Überzeugend solides Filmhandwerk. „Begabt-Die Gleichung eines Lebens“ widmet sich dem Thema hochbegabter Kinder und das ohne(!) eine wissenschaftliche Doktorarbeit abzuliefern und auch ohne sämtliche Facetten dieser Begabung mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen bis ins Detail auseinanderzupflücken. Entgegen manch einer „professionellen“ Filmkritik“ findet diese Tatsache meine ausdrückliche Zustimmung. Wenn ich mir ein wissenschaftliches Bild über dieses Phänomen machen will, gehe ich zur Uni und ziehe mir einen Vortrag über dieses Thema rein. Hier wird alles hollywoodmäßig verpackt ohne aber kitschig zu wirken. Klischees müssen sein, sonst wären sie ja keine! Persönlich muss ich mal wieder feststellen, dass Chris Evans, wenn er mal nicht in irgendeine Comic-Verfilmung umherspringt, durchaus ernstzunehmendes Schauspiel abliefern kann. Mckenna Grace als die hochbegabte Mary überzeugt und erinnert ein wenig an die ersten Film-Jahre Dakota Fanning’s. Octavia Spencer und Lindsay Duncan vervollständigen das mehr als solide Schauspiel. Der Film hat sein relativ schmales Budget (7Mio. $) innerhalb kürzester Zeit verdreifacht, kann also so schlecht nicht sein. Visuell tolle Sequenz, wo Mary mit ihrem Vater als Schattenspiel vor der untergehenden Sonne in Szene gesetzt wird. „Begabt-Die Gleichung eines Lebens“ hat meine Erwartungen ganz klar übertroffen.