[...] „Free State of Jones“ bemüht sich leider viel zu sehr auf eine Rekonstruktion, anstatt sich auf die Mechaniken des Spielfilmes zu fokussieren. Im Gegenteil, kurzzeitig wartet man nur auf den dokumentarischen Off-Erzähler, der die Beweggründe genauer erörtert. Interessanterweise schafft das allerdings einen interessanten Kontrast zu anderen Historienfilmen. Die Genauigkeit mit der an den Stoff gegangen wird ist beachtlich, die Darstellung zeitgemäß und doch ohne richtige Elan um Faszination beim Zuschauer auszulösen! Es ist ein Scheitern, dass in tolle Bilder und Kostüme gepresst wird mit kurzzeitigem Herausbrechen aus der trockenen Fassade. Frustrierend und faszinierend zugleich. Doch man wird die Vorstellung nicht los, was aus diesem Film geworden wäre ohne seinem Hauptdarsteller. Vielleicht ein 138 minütiger Unterrichtsfilm für den Sezessionskrieg, vielleicht ein Film von ähnlicher Qualität. Fakt bleibt jedoch, dass etwas mehr Wucht und Vielfalt dem ganzen deutlich besser getan hätte, auch wenn gerade die tolle Ausstattung und die stellenweise gute Inszenierung das Gesamtpaket zumindest für ein einmaliges Sehen durchaus guckbar machen.