Durchschnitts-Wertung
4,1
730 Wertungen
Deine Meinung zu Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) ?
2,0
Veröffentlicht am 22. Februar 2015
Selten erlebe ich, dass während der Vorstellung immer wieder Zuschauer den Saal verlassen - hier war es mehrfach der Fall und auch auch hatte den Impuls, nun endlich zu gehen, der Film war entschieden zu lang.
Die überschwänglichen Kritiken zu diesem Film kann ich nur sehr begrenzt verstehen: ja, der Hauptdarsteller Michael Keaton macht einen guten Job, die Kameraarbeit ist exzellent.
Aber darin erschöpft sich für mich auch bereits das Positive.
Der Plot, ein ehemaliger Action-Star versucht als Theaterschauspieler und -regisseur noch einmal ein Comeback um seine Minderwertigkeitskomplexe und Versagensängste in den Griff zu kriegen ist, naja sagen wir OK. Die Darstellung des "wilden" Lebens und Treibens, einschl. (verbaler) sexueller Freizügigkeiten der Darsteller hinter den Papp-Kulissen einer drittklassigen Broadway-Theaterbude mag ja den US-Durchschnittszuschauer und Theaterliebhaber faszinieren: ja, so sind sie - das wilde Künstler- und Theatervölkchen. Ich hingegen finde das alles reichlich klischeehaft und gestanzt, tausend mal gesehen, oft besser. Am grauenhaftesten sind die bemüht tiefsinnigen Selbstfindungs-Dialoge von der Preislage "Ich war ein schlechter Vater - aber nun will ich das gut machen!". Da haut man sich das ganze, vermeintlich schief gelaufene Leben und die vielen Versagensmomente um die Ohren. Und man weiß, am Ende wird dann doch alles gut - auch die Theaterpremiere wird natürlich ein Erfolg.
Insgesamt trifft vieles, dass die Theater-Kritikerin an Gift gegen den Hauptdarsteller verspritzt, durchaus auf diesen Film zu!

Ich war jedenfalls ganz froh, als es endlich vorüber war und auch das verbliebene Publikum schien mir ziemlich ratlos.
1,5
Veröffentlicht am 7. Februar 2015
Schade, schade, schade. Da freut man sich auf eine zynische Komödie mit phänomenaler Besetzung und dann das. Schon nach 10 Minuten dachte ich mir, dass der Film mir keinen Spaß macht, nur wirr ist, Pseudotiefgang auf Oberstufenniveau aufweist und auffallende Parallelen zu Filmen wie "I heart Huckabees" oder "Being John Malkowitch" zeitigt, die ich auch nur als wirr und unkomisch empfinde. Ich habe den Eindruck, dass, wenn Amerikaner groteske oder ironische Stoffe darbieten wollen, das immer katastrophal daneben geht. Vielleicht, weil die Amerikaner nicht wirklich ironisch sind. Die denken nicht so und können das deswegen auch nicht auf die Leinwand bringen. Was ich nicht verstehe ist, warum es niemandem im Produktionsprozess auffällt, dass da gerade gewaltig etwas in die Hose geht und man besser abbrechen sollte, anstatt so einen Rohrkrepierer auf die Leinwand zu bringen. In vielen Kritiken lese ich eine Begeisterung für "stellt den Theater/Filmwahnsinn erschreckend realistisch dar". Dazu kann ich nur mit den Achseln zucken: "Ja und? Was überrascht Euch denn daran?" Die eineinhalb Punkte gibt es für meine Lieblingsschauspieler Edward Norton und Naomi Watts, einfach weil sie da sind. Das Fazit: "enttäuschend" passt perfekt.
5,0
Veröffentlicht am 11. Februar 2015
Für mich ist "Birdman" schon jetzt DER Film 2015. Kinokunst in höchster Perfektion! Inarritu schafft es einfach ein ums andere Mal einen grandiosen Film zu kreieren und zeigt dabei jedes Mal absolut neue Facetten. Was einem hier an schauspielerischer Höchstleistungen geboten wird ist einfach atemberaubend. Diese langen Dia- und Monologe, die dann auch noch in extrem langen Szenen gefilmt wurden, so dass man förmlich die Energie greifen kann. Wahnsinn! Rein optisch, rein technisch gesehen für mich einer der besten Filme, die je produziert wurden. Dazu sogar noch extrem lustig, und doch tief traurig zugleich. Dann auch noch dieser vor Energie strotzender Schlagzeug-Score. Endprodukt: Meisterwerk!
Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 2. Februar 2015
Schwierig: grandiose Schauspieler, die der Film-und Theaterszene einen ungeschönten Spiegel vor die Nase halten; doch der Fiilm will zuviel und lässt einen gleichgültig und fragend zurück...
1,0
Veröffentlicht am 9. März 2015
Selten, nein, noch nie vorher, habe ich eine so große Diskrepanz zwischen meinem Eindruck von einem Film und den professionelle Kritiken bis hin zum 'Oscar' erlebt. An dem hochgelobten Oscar-Siegerfilm 'Birdman' hat mich wirklich nichts überzeugt. Die Figuren und Dialoge wirken gekünstelt und unecht, die Dialoge zudem wie abgelesen, von Humor oder gar Satire war nach meinem persönlichen Eindruck nichts zu sehen.
Die zugrundeliegende Geschichte vom Superheldendarsteller, der es im selbsternannt seriösen Theater versucht (und dort natürlich auf Vorbehalte stößt), hat wirklich Potential für ein Drama, eine subtile Charakterstudie oder auch eine Komödie. Meine Kritik bezieht sich hier ganz eindeutig auf die Umsetzung, die auf mich weder dramatisch noch ironisch-witzig oder gar im positiven Sinne komödienhaft gewirkt hat, sondern uninspiriert und wirr.
Dadurch fehlt es an Identifikation mit den Figuren, das Ganze wirkte auf mich seltsam beiläufig und ganz und gar nicht authentisch. Das ist das blanke Gegenteil dessen, was ich von einem Film dieses Schlages erwarte. Ich bin aus dem Film vorzeitig herausgegangen (bereits im ersten Drittel), ich bin mir zu wirklich 100% sicher, dass ich für meinen Geschmack da gar nichts verpasst habe.
Was die Oscar-Jury z.B. an der Kameraführung hier findet, ist mir ein Rätsel. Für mich hat dieser 'Ein-Szenen-Dreh' geradezu unprofessionell und seltsam effekthascherisch gewirkt. Angesichts der inhärent geringen Dynamik der Geschichte halte ich es für völlig deplaziert, durch fehlende Schnitte noch mehr Langatmigkeit hereinzubringen, aber genau das ist hier geschehen. Es gibt natürlich noch Luft nach unten, aber etwas erstaunt bin ich schon, mir ist es völlig schleierhaft, warum dieser Film den Oscar gewonnen hat.
5,0
Veröffentlicht am 3. Februar 2015
Alejandro González Iñárritu ist knapp vier Jahre nach seinem Drama „Biutiful“ (2011) mit einem neuen Film in den deutschen Kinos vertreten: „Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosogkeit)“ ist 9-fach für den Oscar nominiert.

Riggan Thomson (Michael Keaton) war als Darsteller des Superhelden Birdman ein Leinwandstar. Viele Jahre später versucht er sich als Theaterregisseur am Broadway und weiß kurz vor der Premiere nicht, wo ihm der Kopf steht: Ein Schauspieler fällt aus. Der neue - Mike Shiner (Edward Norton) - ist zwar viel talentierter, aber unberechenbar und kostet mehr Geld, das nicht zur Verfügung steht. Riggan‘s Familie ist kaputt. Ex-Frau Sylvia (Amy Ryan) macht ungelegene Überraschungsbesuche, Tochter Sam (Emma Stone) hilft am Theater, ist aber labil. Die neue Lebensgefährtin Laura (Andrea Riseborough) eröffnet Riggan, dass sie schwanger ist. Wie passend, dass er in seinem Theaterstück die Hauptrolle mit Selbstmordszene spielt. Nur der imaginäre Birdman steht ihm noch zur Seite.

Iñárritu ist ein Meister des Dramas mit einfallsreicher Inszenierung. Für „21 Gramm“ und „Babel“ wählte er eine geschickte Verschachtelung mehrerer Handlungsstränge, die das Publikum begeisterte. Die beiden Filme sind schonungslos real und berührend, „Biutiful“ noch härter und dagegen straight erzählt.
Sein neues Werk geht handwerklich und darstellerisch einen anderen Weg: Die Intensität des Dramas ist etwas geringer, eher psychisch wie physisch unendlich zwickmühlenartig mit einem sich windenden Riggan. Die Schlinge um seinen Hals ist schon eng und zieht sich immer weiter zu. Der mexikanische Regisseur und sein Chefkameramann Emmanuel Lubezki („The Tree of Life“, „Gravity“) lassen das Publikum nicht zur Ruhe kommen. Dies liegt zum einen daran, dass ständig etwas passiert, und zum anderen, dass der Film mit einer One-Shot-Technologie aufgenommen wurde. Scheinbar ohne Schnitt ist die Kamera immer in Bewegung, umkreist die Figuren der Szene und folgt ihnen durch die Räume und verwinkelten Gänge des Theaters, haftet jedoch nicht ständig an Riggan. Für den ständigen Fluss der auditiven Kommunikation sorgt der geniale Drum-Score von Antonio Sanchez.
Der Plot ist - für Iñárritu ungewöhnlich - mit einer kräftigen Prise natürlichem Humor ausgestattet, der gerne mal ins sarkastische fällt, z.B. wenn es um andere Leinwandhelden geht, die Riesengagen für wenig Leistung bekommen. Hier werden existierende Schauspieler genannt, um eine Verbindung zur Wirklichkeit zu knüpfen. Ganz speziell wurde mit Journalisten und Kritikern abgerechnet, denn diese werden als dumme und engstirnige Gestalten dargestellt.
Dann gibt es die mit vortrefflicher Gewichtung eingepflegten surrealen Einflüsse: Birdman ist oft in Riggans Nähe und spricht ihm mit einer tief grollenden Stimme Mut zu. Riggan hat seine Superkräfte nicht verloren, verfügt über telekinetische Fähigkeiten (wichtig für Wutausbrüche) und Flugeigenschaften. Nicht selten wird für das Publikum mit entwaffnender Komik offenbart, dass sich diese stimmungsvollen Sequenzen im Kopf der Hauptfigur abspielen. Und doch ist nicht immer klar, was mit Riggan tatsächlich geschieht; auch das ist ein Geniestreich.

Wenn die Story erst mal läuft, dann fühlt sich der Cast für den Kinogänger gut an. Tatsächlich ist der Film für ein gelingendes Gesamtes auf starke Schauspieler angewiesen und er hat sie bekommen. Es findet schließlich Theater im Theater statt, Kamera immer in der Nähe. Keine Zeit für Landschaftsaufnahmen. Broadway, Broadway, Broadway. Die Bretter, die die Welt bedeuten und so viele Nerven kosten. Wie ein Gefangener mittendrin ein unglaublicher Michael Keaton, der majestätisch tragisch handelt.

„Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ ist die unbeschreibliche Komposition aus Erzählfluss, Musik, schicksalhaften Besonderheiten und Darstellungskraft.
5,0
Veröffentlicht am 30. Januar 2015
Mit "Birdman" erzählt uns der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu, die schon fast tragische Geschichte von Riggan Thompson (Michael Keaton). Riggan war in den 90er Jahren einst ein großer Star. Mit seiner Rolle als Birdman scheffelte er viel Geld und wurde berühmt. Doch nachdem er die Rolle in "Birdman 4" ablehnte, versank er in die Mittelmäßigkeit. Nun versucht der ehemalige Hollywoodstar am Broadway ein Theaterstück zu konzipieren. So richtig Fuß kann er doch nicht fassen und als sein Darsteller von einem Scheinwerfer getroffen wurde, wird es immer enger für ihn. Die Rolle wird zwar prompt mit dem exzentrischen Darsteller Mike Shiner (Edward Norton) besetzt, aber dieser wird eher zum Problemfall als zum Hoffnungsträger. Hinzu kommt, dass Riggan von seinem Alter-Ego Birdman stetig verfolgt wird..."Birdman" geht knapp 2 Stunden und diese Zeit vergeht wie im Flug. Inarritu´s Film ist ein richtig böser Seitenhieb gegen das aktuelle Kino. Eine Kritik nach der anderen. Beispielweise versucht Riggan seinen Darsteller mit namenhaften Stars wie Woody Harrerlson, Michael Fassbender oder Robert Downey Jr. zu ersetzen- diese sind aber allesamt damit beschäftigt Superheldenfilme zu drehen! Die aufgezählten Schauspieler sind alle äußerst talentiert, haben sich aber für diesen Weg entschieden. Und Inarritu hört nicht auf und hält seinen Daumen immer weiter drauf. In einer Szene gehen Riggan und Shiner in einer Bar. Während der hochtalentierte Schauspieler Shiner von Fans überhaupt nicht beachtet wird, wollen sie unbedingt mit Birdman (!) ein Bild schießen. Shiner bleibt nichts übrig als den Abzug der Kamera zu drücken. Das zeigt eindeutig wie tief die Schauspielkunst gesunken ist. Niemand interessiert sich für den exzellenten Schauspieler- stattdessen aber für den Mann im Vogelkostüm. Mich, als Marvel-Gegner und Kritiker des gegenwärtigen Kinos, hat mich das alles und vieles mehr extrem beeindruckt und gefreut. Endlich steht jemand auf und sagt was los ist. Der Film, die Geschichte, die er zu vermitteln versucht, die Schauspieler- all das ist nicht mehr wichtig- man misst nun mit der Einheit "Zuschauerzahlen". Der Film ist technisch gesehen ebenfalls unglaublich brillant. Inarritu schafft es tatsächlich ohne ein einzigen Schnitt auszukommen! Für mich nie dar gewesen und hochinteressant ihn so zu verfolgen. Das Geschehen konzentriert sich hauptsächlich in den Katakomben des Theaters. Dabei verfolgt der Regisseur die einzelnen Person stetig von hinten und gibt jedem genügend Zeit. Ist die Handlung einer Person "fertig", wechselt er gekonnt zum anderen. Absolut perfekte Leistung von Kameramann Lubezki. Da es im Film hauptsächlich um die Schauspielkunst geht, muss diese hier natürlich auch stimmen! Und ja, sie stimmt viel mehr als das. Keaton als selbstkritischer ex-Superheld bietet für mich eine der besten Leistungen die ich jemals in einem Film sehen durfte. Man sieht den Schmerz deutlich in seinem Gesicht geschrieben. Im Theaterstück kommt bei den Proben immer wieder der Satz "warum liebt mich keiner", was perfekt zu seiner aktuellen Situation perfekt passt. Riggan kann keiner ausstehen, alle wollen nur den Birdman! Als zweiten muss man hier direkt Norton nennen. Ach, was war ich froh, ihn wieder in solch einer Rolle zu sehen! Selbst bei seinen jüngsten Filmen glänzte der Mime. Doch leider sieht man ihn kaum noch in guten Film. Hier geht wieder ein großer Dank an Inarritu! Er bringt den hochtalentierten Norton zurück auf die (Theater)-Bühne und das wie! Es hat sichtlich Spaß gemacht ihn zu schauen wie er mit Begeisterung auf der Bühne steht oder Riggans Tochter Sam (Emma Stone) nachstellt. Dass Inarritu ein hochangesehner Regisseur ist, sieht man an Naomi Watts! Sie ist zurzeit eine der gefragtesten und zweifelsohne talentiertesten Schauspielerinnen der Welt. Doch sie macht im Film mit- obwohl ihre Rolle nicht sondern groß ausfällt. Dabei brilliert sie gewohnt als Hauptdarstellerin Lesley, die versucht ihren Traum von Broadway zu erfüllen und an ihr selbst zweifelt. Einer der großen Überraschungen ist Hangoverstar Zach Galifianakis! Mir hat seine Rolle als gerissener und dennoch liebenswerter Manager Brandon sehr gut gefallen. Hier zeigt er viel von seinem Talent und dass er nicht nur dumme, dicke Figuren spielen kann. Musikalisch ist der Film ebenfalls mit wunderbarer, klassischer Musik untermalt. Immer wieder taucht das berühmte gedrumme auf (und irgendwann auch der Drummer!!)
FAZIT: Filmstarts bezeichnet den Film als ein cineastisches Wunder! Und ja, damit haben sie vollkommen recht. Inarritus Film ist eine bitterböse Satire mit etlichen intelligenten Seitenhieben auf den aktuellen Trend in den Kinos. Er ist komisch, tragisch und macht von Anfang an riesen Spaß. Die Kameraeinstellungen sind was einzigartiges und der Still gefällt einem sehr. Dabei glänzen sämtliche Darsteller auf aller höchsten Ebene und zeigen damit was Schauspielkunst wirklich ist. Als Kritiker des aktuellen Kinos hat mich der Film sehr gerührt und daher kann ich den brillanten Inarritu dafür nur danken!
Kino:
Anonymer User
1,0
Veröffentlicht am 8. März 2015
Im Film gibt es eine Kritikerin, die mit ihrer Rezension ein Stück vernichten kann. Bei Birdman scheint das Gegenteil passiert zu sein: Gute Kritiken verhelfen einem schlechten Film zum Erfolg.

Aber wie schafft es der Streifen, überwiegend gute Kritiken zu bekommen? Er ist ein gut gemachter Fake, und viele fallen darauf rein:

Fake 1: Scheinbares Arthouse-Kino. Anspruchsvoll gibt sich der Film. Das Thema suggeriert Tiefe, aber das tiefe Loch bleibt hohl. Die Dialoge erscheinen geschliffen, aber sie sind bloß Geschwätz. Die Charaktere geben sich differenziert, aber sie bleiben im Klischee stecken. Die Kamera möchte avantgardistisch sein, aber die endlosen Kamerafahrten ermüden bloß. Der Plot fordert zum Nachdenken auf, aber worüber eigentlich?

Fake 2: Glaubwürdige Kritik am Hollywood-Blockbuster. Ex-Batman spielt Birdman - genialer Schachzug. Aber was wird da eigentlich kritisiert? Na, nix. Birdman braucht Batman, braucht den Blockbuster, sonst funktioniert er nicht! Also eigentlich ein Klopfen auf die eigene starke Blockbuster-Heldenschulter.

Fazit: Alles Pseudo! Aber so gut kaschiert, dass viele drauf reinfallen! Das ist dann schon fast einen Oscar wert...

Den einen Stern vergebe ich wegen Edward Norton. Obwohl er Schuld ist, dass ich nicht schon nach 10 Minuten gegangen bin.
2,5
Veröffentlicht am 4. Februar 2015
Irgendwie nicht das, was ich erwartet hab. Tolle Schauspieler, aber sehr verwirrende Geschichte, mieser Soundtrack :(
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 15. November 2014
Virtuos gedreht, gespielt und musiziert."Birdman" ist visuell wie akustisch ein kleines Meisterwerk und hält einen bis zur letzten Minute gefangen. Keaton spielt hier zweifellos die Rolle seines Lebens. Auch die anderen Darsteller, allen voran Ed Norton, der hier endlich mal wieder in einer etwas größeren Rolle zu sehen ist, sind durchweg fantastisch besetzt und geben einfach alles. Die ersten zwei Drittel ist der Film vor allem beißende Theater- und Filmsatire, die mit herrlich komischen und geistreichen Dialogen aufwartet. Habe mich seit langer Zeit nicht mehr so schön über solch skurrile Wortgefechte amüsieren können wie hier. Leider ist die Handlung zum Ende hin etwas arg bedeutungsschwanger und die Motivationen von Riggan irgendwann nicht mehr wirklich nachvollziehbar. Für eine echte Charakterstudie legt Iñárritu letztlich seinen Fokus zu sehr auf "style over substance" und mit dem Vorschlaghammer vermittelte Kulturkritik, Tendenzen, die auch schon in seinen nicht minder sehenswerten Filmen "21 Gramm" und "Babel" wahrnehmbar waren. Gerade seine allzu penetrante Kritik an den heutigen Superhelden-Blockbustern, was ja an und für sich in Ordnung geht, geht einem irgendwann etwas auf den Wecker und angesichts der Tatsache, dass er mit "Birdman" selbst nicht gerade ein leises Drama hinlegt, sondern eben einen virtuos bebilderten und teilweise reißerischen Film, stellt er sich selbst ein Bein. Dennoch handelt es sich hier insgesamt um eine Achterbahnfahrt von einer Satire mit bissig-melancholischem Blick hinter die Kulissen des Broadways, wo absolut alle Beteiligten - ob Schauspieler, Regisseur oder Kritiker - ihr Fett auf denkbar komische Weise wegbekommen.
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