Hach ja,wie oft lässt sich mit einfachsten Zutaten ein Fan-Liebling zusammenbrauen. Für "Underworld" brauchte es dafür lediglich einen in sich schlüssigen Mikrokosmos aus verwobenen Motiven des Vampir- und Werwolfmythos,einen ausgesprochen stylischen Neo-Gothic-Look und natürlich eine verdammt heiße Kate Beckinsale als kompromisslose Kampfamazone im hautengen Latexanzug.
Je ein in Sachen Kontinuität nicht unbemühtes Se- bzw. Prequel folgte,die qualitative Weiterentwicklung hielt sich zwar in Grenzen,Spaß machte es aber trotzdem und die Anhänger blieben sowieso treu.
Beim nun 4. Teil ist von der durchaus faszinierenden Mythologie leider kaum noch etwas übrig geblieben. An dessen Stelle treten derartig beliebige und hingeschluderte Charaktere und Storyinhalte,dass man zeitweise die Existenz eines Drehbuches anzweifelt.Außerdem sind die Effekte nicht immer überzeugend und vorallem können Beckinsales höchst ansehnliche Kurven das fehlende Charisma eines Bill Nighy oder Michael Sheen aus den Vorgängerfilmen alleine nicht ersetzen.
Aber was solls,für einen kurzweiligen Popcorn-Abend taugt "Underworld Awakening" allemal.Dafür sorgen neben der wie immer rattenscharfen Beckinsale,die mit Hingabe ihren Gegenspielern den Hintern aufreißt,als hätte sie nie etwas anderes getan, und dem nach wie vor sehr coolen Look des Films das größtenteils straffe Erzähltempo,Paul Haslingers gewohnt souveräner Score und die immerhin soliden Actionszenen.