Es ist mittlerweile mehr als zehn Jahre her, dass Robin Williams im Alter von nur 63 Jahren viel zu früh aus dem Leben ging. Und noch immer teilen seine Weggefährt*innen regelmäßig Geschichten mit der Welt, die zeigen, dass Williams nicht nur ein großer Schauspieler und begnadeter Komiker war, sondern auch ein so empfindsamer wie warmherziger Mensch.
Sally Field beispielsweise hat verraten, dass der Oscar-Preisträger („Good Will Hunting“) höchstpersönlich den Drehplan von „Mrs. Doubtfire“ ändern ließ, damit seine Leinwandpartnerin in Ruhe um ihren verstorbenen Vater trauern konnte. Auch ein „Hook“-Star hat nichts als positive Erinnerungen an den Peter-Pan-Darsteller, der es sich übrigens auch nicht nehmen ließ, seinem deutschen Synchronsprecher einen rührenden Brief zu schicken, um dessen Arbeit zu würdigen. Man könnte noch lange so weitermachen …
… doch in diesem Artikel soll es um Nathan Lane gehen, der an der Seite von Williams in „The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel“ (1996) zu sehen war – der ersten englischsprachigen Verfilmung eines Bühnenstücks von Édouard Molinaro, aus dem bereits die französische Kult-Komödie „Ein Käfig voller Narren“ (1978) sowie ihre zwei Fortsetzungen hervorgegangen waren.
Darum geht's in "The Birdcage"
Williams spielt in dem von Mike Nichols („Die Reifeprüfung“) inszenierten Film den homosexuellen Armand Goldman, dessen Sohn Val (Dan Futterman) kurz vor seiner Hochzeit mit Barbara (Calista Flockhart) steht. Deren Eltern (Gene Hackman & Dianne Wiest) sind allerdings stockkonservative Republikaner mit großem politischen Einfluss – weshalb ihre Tochter sie in dem Glauben lässt, dass Armand nicht nur verheiratet, sondern auch heterosexuell ist.
Als sich die beiden Familien schließlich kennenlernen sollen, wird es denkbar kompliziert. Vals leibliche Mutter Katherine (Christine Baranski) soll Armands Ehefrau spielen, während sich sein Partner Albert (Nathan Lane) als Onkel ausgibt. Doch als der große Tag naht, geht natürlich alles schief, was nur schiefgehen kann...
Regisseur wollte Star für "The Birdcage" – doch Robin Williams setzte sich für Nathan Lane ein!
Während Williams längst ein Megastar war, handelte es sich bei Lane um ein vergleichsweise unbeschriebenes Blatt. Er hatte zwar bereits das Erdmännchen Timon im Disney-Hit „Der König der Löwen“ gesprochen und kleinere Rollen in Filmen wie „Frankie und Johnny“ gespielt – mit seinem Gesicht dürften damals aber die wenigsten Zuschauer*innen vertraut gewesen sein. „The Birdcage“-Regisseur Nichols war dementsprechend nicht überzeugt von dem „Mäusejagd“-Darsteller. Er wollte einen bekannteren Namen und fasste u.a. Billy Crystal („Harry und Sally“) und Robert Redford („Der Clou“) ins Auge. Es war schließlich Williams, der ihn dazu überredete, Lane eine Chance zu geben.
In Jesse Tyler Fergusons Podcast „Dinner's On Me“ hat sich Nathan Lane daran zurückerinnert, wie Williams ihm zu seiner ersten großen Rolle verholfen hat, die ihm sogar eine Golden-Globe-Nominierung einbringen sollte: „Er war ein Filmstar. Er hätte sagen können: ‚Ich will Billy Crystal oder einen anderen großen Namen für den Film.‘ Ich weiß, dass sie ihm [meine] Probeaufnahmen gezeigt haben, und er wusste nicht, wer zum Teufel ich überhaupt war. Und trotzdem meinte er: ‚Ja, absolut!‘ Er war einfach so unglaublich großzügig, einfühlsam und freundlich.“
Der in New Jersey geborene Schauspieler schwärmt weiter: „Wir waren in gewisser Weise verwandte Seelen. Er war einfach so wahnsinnig witzig und brillant – und ein wunderbarer Schauspieler. Wir hatten immer eine Art Verbindung durch diesen Film. Ich war einmal beim New York Film Festival zu Gast und sie haben eine Szene aus [‚The Birdcage‘] gezeigt. Ich hatte den Film schon eine Weile nicht mehr gesehen, seit [Robin] gestorben war, und ich fing einfach an zu weinen.“
Wusstet ihr übrigens, dass sich Robin Williams vertraglich zusichern ließ, dass obdachlose Menschen Jobs an seinen Filmsets bekommen? Die ganze Geschichte lest ihr im folgenden Artikel:
Robin Williams ließ sich vertraglich zusichern, dass Obdachlose einen Job in seinen Filmen bekommen: "Habe ihn nie mehr mit denselben Augen gesehen"*Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.