Aufgrund der Riesenschritte, mit denen der Animationsfilm derzeit Fortschritte macht, sind wir als Zuschauer inzwischen sehr verwöhnt, was die ständig wachsende Qualität dieser Produktionen angeht. In diesem heißen Konkurrenzkampf um die Gunst des Publikums hat Pixar einen besonderen Trumpf im Ärmel: die überzeugenden Screenplays. Monster AG ist ein sprechendes Beispiel dafür. Ausgangspunkt ist die Angst kleiner Kinder vor dem Einschlafen im dunklen Kinderzimmer, in dem sie hinter jeder Tür oder unterm Bett gefährliche Monster vermuten. Anders als die typischen Eltern, die ihren Kindern einreden wollen, es gäbe keine Monster in den dunklen Ecken, zeigen uns die Macher des Films, dass eine hochentwickelte Industrie zur Energiegewinnung aus Kinderschreien dahinter steckt. Die Art und Weise, wie diese Grundlinie immer weiter ausgezogen wird, wie immer mehr überraschende Parallelen zum ganz alltäglichen menschlichen Leben gezeichnet werden, macht es dem Zuschauer leicht, in selbstironischer Betrachtung über sich selbst zu lachen. Monster sind halt auch nur Menschen und genau wie wir dem kecken Charme eines unerschrockenen kleinen Mädchens hilflos ausgeliefert. Und wenn große Jungs nach dem Anschauen des Films den Wunsch nach einer kleinen Schwester äußern, dann ist das ein kaum zu toppender Beweis für die herzerweichende Wirkung von Monster AG.
Und als würde dieser Film nicht schon allein den Kauf der DVD rechtfertigen, gibt es auch noch zwei erstklassige Pixar-Kurzfilme, nämlich „Mike's neues Auto" und den Oscar-prämierten „Der Vogelschreck", dazu jede Menge weiteres Bonusmaterial. Mein Urteil: 5 dicke Sterne mit Tendenz zu 6 (leider nicht möglichen).