"Trolls" von Mike Mitchell war überraschend lustig. Der Trailer hatte mich nicht sonderlich vom Hocker gerissen und auch die Troll-Figürchen - die in meiner Kindheit der letzte Schrei waren - mochte ich eigentlich damals schon nicht. Aber dann war ich doch ein wenig neugierig und überdies habe ich da ja so ein Kino-Abo, weshalb es nichts gekostet hat. Meine Erwartungen hatte ich dennoch auf ein Minimum heruntergeschraubt und mich darauf eingestellt, eventuell ein kleines Nickerchen einzulegen. Doch daraus wurde nichts ...
Die Trolls sind nämlich tatsächlich richtig niedlich und auch die Bergen, ihre fiesen Gegenspieler, waren irgendwie knuffig. Und wider Erwarten war das Ganze richtig witzig, weil sich die ganze Geschichte selbst nicht ernst nimmt. Gut, ein paar Sachen waren schon ernst gemeint, zum Beispiel die Moral, dass Glück Einstellungssache ist und man nur an sich glauben muss, dann schafft man alles. Und das ist in dieser platten Formulierung natürlich Quatsch. Man muss ja auch die individuellen Möglichkeiten berücksichtigen. Aber ansonsten ist das gut gemeint und der Film hatte sich ja auch nicht zum Ziel gesetzt den Glücksbegriff differenziert und tiefgründig zu erforschen, also sollte man da vielleicht auch nicht zu spitzfindig sein.
Meine Lieblingsfigur war auf jeden Fall Branch, mit seiner grummeligen Partymuffeligkeit und seiner Aversion gegen Gute-Laune-Terrorismus erschien er mir wie ein Bruder im Geiste. Die Musik hätte allerdings meinem Geschmack nach noch etwas eingängiger sein können. Dieser Disco-Funk-Dudelkram macht mich immer irgendwie nervös und leicht aggressiv, als hätte ich zu viel Kaffee getrunken. Zum Glück gab es aber auch genug Lieder, die ich mochte.
Fazit: Insgesamt ein sehr unterhaltsamer, niedlicher Animationsfilm mit witzigen Dialogen, liebenswerten Figuren und einer zwar nicht sehr komplexen, aber süßen Geschichte. Kann man sich gut angucken und man kommt auf jeden Fall mit einem Lächeln aus dem Kino.