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„Martha“
(Rainer Werner Fassbinder, Deutschland 1974)
Ein zentrales Motiv im Schaffen von Rainer Werner Fassbinder (für uns der bedeutendste deutsche Filmregisseur überhaupt) ist die Ausbeutung von Gefühlen, und auch in „Martha“ geht es genau darum: Mit Anfang 30 ist die weibliche Hauptfigur (Margit Carstensen) in der Liebe noch sehr unerfahren, als sie in Rom den Geschäftsmann Helmut Salomon (Karlheinz Böhm) trifft. Von seinem Charisma ist die Bibliothekarin sofort fasziniert und die beiden werden schnell ein Paar. Nach der Hochzeit jedoch tritt Salomons dominanter Charakter deutlich zutage und ehe Martha sich versieht, kontrolliert er ihr Leben von vorne bis hinten. Die Beziehung entwickelt zusehends sadomasochistische Züge und eines Tages darf Martha ohne Zustimmung ihres Gatten, der sie in die Isolation treibt, nicht einmal mehr das Haus verlassen. Einen Ausweg hält Fassbinder für die Frau nicht parat, sodass "Martha" sich wie ein unsichtbarer Strick um die Kehle des Zuschauers legt.
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