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Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 24. Dezember 2020
Über die gesamte Lauflänge ist „Enthüllung“ recht spannend und durch die Einblendung des jeweiligen Wochentages zeigt Regisseur Barry Levinson auf leicht ironische Weise wie eine anfangs scheinbar normale Arbeitswoche zum Psychokrieg ausartet. Unnötig hingegen sind die VR-Spielereien, die rein der Optik dienen, den Film aber nicht wirklich weiter bringen und selbst 1994 nicht der große Stauner waren. Kleinere Längen hat der Film auch vorzuweisen, dafür fällt die Ehekrise im Hause Sanders überraschend klischeearm aus (Susan deckt Tom in der Öffentlichkeit anstatt eine Riesenszene zu machen). Als Büromanager in Abstiegsgefahr läuft Michael Douglas nicht zu Hochform auf, verkörpert die Rolle jedoch gut, wobei er vor allem die Ladykillererwartungen, die durch Filme wie „Basic Instinct“ geschürt wurden, unterläuft. Demi Moore ist OK, kann aber null Akzente setzen, während Donald Sutherland als wirklich eiskalter Chef jede seiner Szenen an sich reißt und mit Kaltblütigkeit beeindruckt. Die restlichen Darsteller leisten ebenfalls gute Arbeit, wobei vor allem Roma Maffia als schlagfertige Anwältin zu überzeugen weiß.
So erfindet „Enthüllung“ das Thriller Genre nicht neu und ist bisweilen konventionell, doch Barry Levinsons spannende Inszenierung und die interessante Verpackung des nicht so neuen Konstrukts sorgen für gute Unterhaltung.
Michael Douglas gewohnt souverän in einem recht spannenden Thriller um sexuelle Belästigung, infame Intrige und kompromissloses Mobbing. Eine überdurchschnittliche Wertung verdient sich der Streifen allerdings durch die überraschend ansprechende Performance von Demi Moore und den gelungenen Score von Altmeister Ennio Morricone. Gute Unterhaltung.