Mein Konto
    Clint Eastwood hasst diesen Western so sehr, dass er fast vom Filmset geflüchtet wäre
    Michael Bendix
    Michael Bendix
    -Redakteur
    Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

    Clint Eastwood ist berühmt für seine Western-Rollen, vor allem in Sergio Leones Dollar-Trilogie. Doch einen Western von 1969 würde der „Dirty Harry“-Star am liebsten aus seiner Filmografie streichen...

    Clint Eastwood kann auf eine der langlebigsten Hollywood-Karrieren überhaupt zurückblicken: Fast 70 (!) Jahre lang ist er bereits als Schauspieler aktiv, und mehr als ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit der 93-Jährige mit dem Psychothriller „Sadistico“ sein Regiedebüt ins Kino brachte.

    Auch wenn seine wohl ikonischste Rolle die des Cops Callahan in der „Dirty Harry“-Reihe ist, hat Eastwood vor allem im Western-Genre gewaltige Fußspuren hinterlassen: Ob als Protagonist in den Filmen der sogenannten „Dollar“-Trilogie von Sergio Leone oder im von ihm selbst inszenierten Spät-Western „Erbarmungslos“ (1992), Eastwood hat mit seinen wortkargen, geheimnisvollen, oftmals ambivalenten Einzelgänger-Figuren das Western-Genre ab den 60er Jahren geprägt wie kaum ein anderer Schauspieler oder Filmemacher – doch einen seiner Western-Filme kann die lebende Legende so wenig ausstehen, dass er sich fast vom Set verabschiedet hätte...

    In „Westwärts zieht der Wind“ (1969) spielen Eastwood und Lee Marvin („Der Mann, der Liberty Valance erschoss“) zwei Goldgräber, die sich in dieselbe Frau verlieben. Das Besondere an dem Film: Regisseur Joshua Logan („Fanny“) legte ihn nicht nur als Western, sondern auch als Musical an – eine selten gesehene Genre-Kombination, die für Eastwood völliges Neuland war.

    Im Interview mit Empire erinnerte sich der „Million Dollar Baby“-Regisseur an den ungeliebten Eintrag in seiner Filmografie zurück: „Ich war damals verrückt genug, um alles zu versuchen“, so Eastwood. „Ich habe mich schon immer für Musik interessiert, mein Vater war Sänger und ich hatte einige Kenntnisse darin. Aber was ich in dem Film gemacht habe, war kein Gesang.“

    Doch nicht nur mit den Musical-Passagen war Eastwood unzufrieden: Obendrein wurde das Drehbuch von „Westwärts zieht der Wind“ so stark umgeschrieben, dass Eastwood den Film, für den er ursprünglich unterschrieben hatte, kaum noch wiedererkennen konnte. Als er das Set für die Dreharbeiten zu einem anderen Film kurzzeitig verließ, versuchte er sogar, sich vollends aus dem Staub zu machen.

    „Ich war bei den Dreharbeiten zu ,Agenten sterben einsam'“, erzählt Eastwood weiter. „Und sie [Drehbuchautor Alain Jay Lerner und Joshua Logan] flogen extra herbei und überredeten mich dazu, zurückzkehren.“ Der „Gran Torino“-Star musste den Dreh also zähneknirschend zu Ende bringen – und später mitansehen, wie der Film zum Box-Office-Flop wurde. Eine Musical-Rolle hat Eastwood nie wieder gespielt, doch mit „Jersey Boys“ hat er 2014 immerhin selbst eins gedreht!

    *Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Back to Top